Nach der Umschulung werden Sie ja eh wieder arbeitslos

Ich veröffentliche hier der Einfachheit halber nur die mail, die Ich an die Regionaldirektur NRW schickte:

Sehr geehrte Beschwerdestelle, sehr geehrter Teamleiter Team XXX, sehr geehrte Frau D.

Nach meinem letzten Besuch bei meiner Sachbearbeiterin Frau D. sehe Ich mich gezwungen, auf diesem Wege eine neue Sachbearbeiterin zu beantragen.

Ich bat Frau D., mir keinen 1-Euro.Job, und auch keine Zeitarbeit zu vermitteln, da diese Beschäftigungen nicht zukunftsträchtig und weiterführend sind. Frau D. Sagte daraufhin, das eine Ausbildung/Umschulung im Bereich Gebäudereinigung / Fensterreinigung bei meinem Qualifikationen angeraten und machbar sei. Im selben Zug allerdings sagte Sie, das Ich nach dieser Ausbildung / Umschulung „ja eh wieder arbeitslos“ würde, und es von daher überflüssig sei.

Ich war ehrlich gesagt sprachlos über eine solche Aussage. Frau D. übersah wohl, das Ich mit einer solchen Ausbildung eine Qualifikation erwerben würde, die Ich jetzt nicht habe. Auch ist mir nicht klar, wie Frau D. Soweit vorgreifen kann, um zu wissen, das Ich danach „ja eh wieder arbeitslos“ würde.

Des weiteren teilte Ich Frau D. Bei unserm ersten Gespräch mit, das Ich zur Zeit überlege, eine stationäre Entgiftung vom THC-Konsum in K. zu machen. Daraufhin eröffnete mir Frau D., das Sie „das Gewäsch von einem Junkie wie mir“ schon zu oft gehört hätte, und das Sie das „ganz schön nerven würde“.

Ich verbitte mir die Bezeichnung „Junkie“ auf das Schärfste, Ich empfinde dies als Beleidigung. Auch kann Ich auf die persönliche Meinung einer Sachbearbeiterin ganz gut verzichten.

Ausserdem erfuhr Ich zufällig bei einem meiner letzten Beratungstermine, den Ich bei einer Vertretung der Frau D. wahr nahm, das diese (Frau D.) auf meine Aussage hin, das Ich abends gerne mal 2-3 Stunden vorm PC verbringe, für alle anderen Mitarbeiter des Amtes sichtbar, eine Eintragung im PC vornahm : “Herr XY. ist internetsüchtig!

Zu diesem Vorfall wüsste Ich gerne 2 Dinge:

  1. Was ist eine Internetsucht?
  2. Wieso erhält Frau D. nicht das Gehalt eines Mediziners, wenn Sie Diagnosen stellen kann?

Auch dieser Vorfall zerstört die Vertrauensbasis zu Frau D. Ich bat dann, die Vertretung, dies wieder zu löschen. Scheinbar kann Ich nichts erzählen, ohne Angst haben zu müssen, das etwas ganz anderes ankommt und dokumentiert wird.

Zu guter Letzt teilte Ich Frau D. bei einem vorherigen Termin mit, das Ich beabsichtige, mir einen Gewerbeschein zu besorgen, um damit Fenster putzen gehen zu können. Eigentlich wollte Ich weitere Auskünfte zum Gewerbeschein, und evtl. zu berücksichtigende Informationen. Stattdessen lachte mich Frau D. eine volle Minute lang schallend aus. Sie eröffnete mir dann, wie sinnfrei dies wäre, und das Ich absolut Null Chancen hätte.

Motivation von Kunden sieht anders aus, meiner persönlichen Meinung nach. Dieses Gespräch hat mich demotiviert.

Frau D. scheint nicht daran interessiert zu sein, mich weiterhin zu qualifizieren, sondern möchte mich anscheinend zum „Alteisen“ rechnen, und mich fix in eine prekäre Arbeitsgelegenheit vermitteln.

Ich erhielt in der Zeit, in der mich Frau D: „betreut“ keinerlei sinnvolle, weiterführende Angebote. Einzig die (dritte) Aufforderung, mich bei „XXXXX“ zu bewerben, einer Leiharbeitsfirma, die mich als allererstes am Telefon frug, ob Ich einen Vermittlungsgutschein habe…

Ein Interesse seitens des Amtes, mich in eine tragfähige Stelle zu vermitteln, ist für mich nicht erkennbar.

In meinen Augen ist die Vertrauensbasis zu Frau D. nichtexistent.

Ich habe mittlerweile Schlafstörungen und Verfolgungsängste, sobald Ich einen Termin bei Frau D. bekomme, da Ich Angst habe, wieder nicht für voll genommen, oder wieder ausgelacht zu werden. Mein Arzt riet mir, eine Phobie gegenüber dem Jobcenter geltend zu machen. Aus diesen Gründen bitte Ich darum, eine neue Sachbearbeiterin zugeteilt zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Herr XY

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (5 Stimme(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)

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— Kommentare —

  1. Menschenwürde sagt:

    Bitte halten Sie uns auf dem Laufenden, wie die Sache weitergeht. Ich rechne mit dem Üblichen. Der nächste Sachbearbeiter könnte noch fieser werden. Hartz4 wurde scheinbar nicht wirklich erfunden, um Menschen zu helfen, einen normalen Arbeitsplatz zu finden, sondern um Menschen massenhaft für Ausbeuterjobs gefügig zu machen. Wo Fordern und Fördern drauf steht, ist Fordern, Fordern und gefügigmachen durch Sanktionsandrohung drin. Anfänglich vorbildlich sich um Arbeit und Bildung bemühende Menschen werden massenhaft mürbe gemacht, entmutigt und ausgebremst. Die beim Amt brauchen sich gar nicht wundern, wenn die Kooperationsbereitschaft der Arbeit, von der man leben kann, Suchenden im Laufe der “Betreuung” durch die Argen enorm nachlässt. Oder ist das etwa da Ziel. Sparen durch Sanktionen?

  2. Holger Gensicke sagt:

    Hartz hat eine Arbeitswelt befördert, die extrem in Stamm- und Randbelegschaften geteilt ist. Für Randbelegschaften gibt es nur die Perspektive einer Existenz im Ghetto. Leiharbeit, Aufstockung und Anträge, Anträge und Anträge. Für die Stammbelegschaften hat Hartz die Drohung parat, dass jeder im Ghetto landen kann.

    Dass Hartz durch Sozialdemokraten befördert wurde, ist der schlagende Beweis für ihre moralische Verkommenheit. Ob sie aus ihren Fehlern lernen werden?

  3. derbaron sagt:

    Das ist doch niemals die Wahrheit!

  4. Werniman sagt:

    Wenn man sieht, welche Aktionen die JC-Mitarbeiter so bringen, muss man sich allen Ernstes fragen,ob das JC wirklich ein Interesse daran hat,die Leute überhaupt oder gar längerfristig in Arbeit zu bringen. Es macht den Anschein,als wollten sie einen gerade soweit vermitteln,daß man kaum noch Leistungen bezieht,aber nicht soweit,daß man aus der Fuchtel des Jobcenters entgleitet. Zumindest würde das erklären,wieso man oft nur einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma vermittelt bekommt, während die offensichtliche Einsatzfirma den gleichen Job besser bezahlt auch regulär ausschreibt.

    Eine andere Masche: Leute zur Aufgabe ihres Minijobs bewegen,damit sie an offensichtlich sinnlosen Kursen teilnehmen,die sowieso nichts bringen. Und hinterher hat man dann weder einen Vollzeit-Job,noch seinen Minijob und hat somit seine Bedürftigkeit durch die Maßnahme nicht verringert,sondern sogar noch erhöht. Was soll das ? Glaubt das Jobcenter allen Ernstes,daß man seine Integrationsfähigkeit erhöht, wenn man Vogelhäuschen oder Wandzeitungen bastelt und dafür eine bereit existente Integration zunichte macht ? Wieso werden vornehmlich die Leute mit solchen Maßnahmen belastet,die schon das Beste aus ihrer Situation machen,während diejenigen,die offenbar wirklich nicht wollen, in Ruhe gelassen werden ? Ratet mal,ab wann ich mit sinnlosen Maßnahmen traktiert wurde: bevor ich meinen Minijob angetreten habe oder danach ?

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