Der Bildungsgutschein – Am teuersten war die Druckerschwärze

In Lübeck existierte bis zur Einführung des Bildungsgutschein ein Bildungsfonds, aus dem alle bedürftigen Familien einmal im Jahr Zuschüsse für Mittagessen, Vereine und Schulausflüge beantragen konnten. Das System ist jahrelang gereift und verlief für uns als betroffen Familie anstandslos. Wir bekamen am Ende eines jeden Jahres auf Antrag einen kleinen Teil für das Mittagessen in den Kitas zurück und waren auch zu einem Teil von Leistungen an der Schule befreit.

Neues Gesetz weniger Vorteile für die Kinder

Nun kam es zur hoch angepriesenen Einführung des Bildungsgutschein. Unsere Regierung rühmte sich, mit der auch so tollen und teuren Förderung von bedürftigen Kindern um sie nicht ins soziale Aus zu katapultieren. Als sogenannten Arbeitnehmern mit zusätzlichen Hartz4 Anspruch, durften wir nun auch einen Antrag pro Kind für den heiß erwarteten Bildungsgutschein stellen. Mit tausend Erwartungen im Bauch, nun endlich das Kind zum heiß ersehnten Musikunterricht anmelden zu können und dem anderen Kind den Tanzkurs zugutekommen zu lassen, füllten wir mithilfe des Kindergartens den Antrag aus. Es dauerte auch nur fast zwei Monate, bis wir einen Bescheid erhielten, und zwar in fünffacher Form. Für jeden kleinen Betrag gab es vier neue Seiten Berechnung und keiner verstand, was nun für was war. Anbei noch ein lustiges postkartengroßes Kärtchen, mit einem Betrag für 6 Monate, auf den sich Vereine und Co. verewigen sollten, wenn sie ihr Geld für die erbrachten Leistungen haben wollten.

Das Ende der kindgerechten Förderung

Nun mehr fast ein Jahr später hat es der Kindergarten endlich geschafft in zusätzlichen Arbeitsstunden alle offenen Zahlungen, die doppelt geleistet wurden, an die Eltern zurück zuführen. Ja und auf Nachfragen bei der ARGE wer den die kleinen Kärtchen unterstützt und die Kinder unterrichtet, wurde man darauf hingewiesen das Selbst zu recherchieren. Am Ende tut es keiner nur ein zwei kleine Vereine, den der bürokratische Aufwand nicht zu hoch ist, um ihr Geld zu bekommen. Bye bye Musikunterricht und Tanzkurs. Ich würde sagen Förderungsziel nicht erreicht. Und die ARGE spart kräftig an den schwächsten der Gesellschaft an den Kindern.

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