Wie eine Sachbearbeiterin Ihre Sprache verliert

Ich sitze im Landkreis Verden und warte, bis der Informationsraum frei wird. Eigentlich habe ich ja nur etwas abzugeben und könnte dies auch in den internen Briefkasten werfen – doch damit habe ich bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass meine Post angeblich nicht angekommen sei. Nein, lieber warte ich die paar Minuten.

Die ganze Zeit schon sitzt ein südländisch aussehender Mann neben mir und schaut ständig auf seine Uhr. Ich lächle ihm beruhigend zu und frage, wann er denn einen Termin habe. Weil er offensichtlich nur wenig Deutsch versteht deute ich auf meine Armbanduhr und auf eine der Türen – dann geht ihm ein Licht auf und er antwortet: „Neun Uhr hier, jetzt schon Neun Uhr vierzig – Frau noch nicht da.“ Auch er zeigte auf eine der Türen.

Wird seine Geduld belohnt?

Nach weiteren zehn Minuten geht die Türe eines Büros auf und heraus kommt eine streng wirkende Frau und ruft einen Namen in den Flur. „Ja … das ich!“ rief der Mann zurück und stand auf. „Herr T. ich brauche noch die Unterlagen …. von Ihnen“ und zählte einige Kürzel der betroffenen Formulare auf, „haben Sie die jetzt dabei?“ Er schaute mich hilfesuchend an und ich stand auf und ging hinüber. „Gehören Sie zu Herrn T.?, fragte Sie mich. „Nein, aber ich glaube er versteht Sie nicht, wenn Sie so schnell sprechen.“ „Dann setzen Sie sich wieder, ich komme auch ohne Sie klar!“, fauchte sie mich an.

„Sie nicht verstehen Deutsch? Dann Sie kommen morgen wieder, bringen Dolmetscher mit. Ich können nicht mit Ihnen arbeiten, wenn nicht Deutsch verstehen Sie!“ und zu einer vorbeigehenden Kollegin gewandt: „Ist der blöd oder was? Der versteht kein einziges Wort und will hier Ansprüche geltend machen!“

Mir blieb die Spucke weg vor so viel Menschenfeindlichkeit und ich war froh, dass der Informationsraum gerade frei wurde.

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (4 Stimme(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)

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