Stellen Sie sich nicht so an und lassen Sie das elendige Selbstmitleid

Seit mehreren Jahren belastet mich bereits meine Arbeitslosigkeit. Damals arbeitete ich als kaufmännischer Assistent in einer großen Firma, doch bedingt durch einige Schicksalsschläge, sowie verstärktem Mobbing auf der Arbeit, konnte ich eines Tages einfach nicht mehr arbeiten. Eine Panikattacke jagte die nächste. Allein der Gedanke, mich unter Menschen zu begeben, schnitt mir schier die Kehle zu. Ich verbrachte längere Zeit in Kliniken und sah einen Psychologen nach dem anderen – leider ohne nennenswerten Erfolg. Ich bin weiterhin höchst depressiv und leide an einer verstärkt ausgeprägten Soziophobie.

Drohende Leistungskürzung trotz korrekter Abgabe der Bewerbungen

In den letzten Jahren wurden mir bereits einige 1 € – Jobs vermittelt, die ich auch danken annahm. Leider waren jedoch Behandlung und Arbeitsbedingungen so schlecht, dass ich es bedingt durch meine psychische Erkrankung nie lange durchhielt. Die für mich zuständige Sachbearbeiterin kennt meine Vergangenheit und auch meine Probleme, die ich in Bezug auf Menschen habe. Zu Beginn war sie auch noch sehr verständnisvoll gewesen, doch von Sitzung zu Sitzung wurde sie gefühlskälter und genervter. Die Bewerbungen, die ich laut EGV jeden Monat abgeben muss, liegen meiner Sachbearbeiterin immer pünktlich vor. Dennoch behauptete sie schon des Öfteren, die Schreiben seien bei ihr nie eingegangen und versuchte daraufhin, mir meine Leistungen zu sperren. Seitdem gebe ich meine Unterlagen immer nur noch mit Quittung ab.

Eine Sachbearbeiterin mit fehlendem Taktgefühl

Bei meinem letzten Vorladungsgespräch setze sie dem ganzen schließlich die Krone auf. Statt mit mir meinen weiteren Weg zu planen, fragte sie schnippisch, wieso denn eigentlich keiner der 1€-Agenturen mich haben wolle und wieso jeder einen Job bekomme – außer mir. Sie resümierte schließlich, dass dies wohl nur mit meiner geringen Leistungsbereitschaft, die ich an den Tag legen würde, zusammen hängen könne. Im Nachhinein hätte sie meine Einwände, ich könne aufgrund meiner psychischen Erkrankung nicht arbeiten, vielleicht doch lieber ignorieren sollen. Stattdessen schnauzte sie jedoch in meine Richtung, ich solle mich gefälligst einmal nicht so anstellen und das elende Selbstmitleid lassen. Noch am gleichen Tag beantragte ich eine neue Sachbearbeiterin, meine psychischen Symptome haben sich leider dennoch verstärkt.
Soviel Taktlosigkeit hätte ich von einer Frau, die ja im Grunde in einem sozialen Bereich arbeitet, wirklich nicht erwartet.

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (13 Stimme(n), Durchschnitt: 4,23 von 5)

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— Kommentare —

  1. Werniman sagt:

    Inzwischen wollen viele Jobcenter Unterlagen nichmal mehr gegen Quittung annehmen. Bleibt also fast nur noch der teure Weg über ein Einschreiben.

  2. CJB sagt:

    1. Zurückschnautzen

    2. Man sollte noch ergänzen, daß auch ein unvollständiger Antrag selbstverständlich ein Antrag ist. Das heißt es gibt weder einen Grund noch das Recht, einen unvollständigen Antrag nicht anzunehmen.

    Im Einzelnen:

    Ein Antrag ist anzunehmen, ob unvollständig oder nicht.

    Der Antrag ist mit der Einreichung gestellt. In jedem Fall, ohne wenn und aber.

    Es ist auch egal, ob er bei der zuständigen Stelle eingereicht wurde. § 7 SGB II bestimmt, daß man einen Antrag auch “bei allen Leistungsgrägern” (z.B. einem “Jobcenter” in einer anderen Stadt) und auch bei so gut wie jeder anderen Stelle eingereicht werden können (Polizeidienststelle, Bürgeramt, Amts- oder Sozialgericht, Stadtverwaltung, Bezirksamt, Ordnungsamt, KFZ-Zulassungsstelle, Krankenkasse).

    Auch ein formloser Antrag, also ohne Antragsformular, ist ein Antrag.

    Anträge und andere wichtige Schriftstücke immer nur gegen Empfangsbekenntnis (am besten diesen Begriff verwenden), also Eingangsbestätigung, abgeben. Sonst geht es womöglich verloren …

    Man beachte § 37 SGB II, Absatz 2, Satz 2: “Der Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wirkt auf den Ersten des Monats zurück.” – Nichts aufs Ohr erzählen lassen von wegen nur ab dem Tag der Antragstellung, oder ähnlich.

  3. heatseeker sagt:

    ähh also der § 37 des SGB II besagt
    (1) Die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende werden auf Antrag erbracht.

    (2) Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende werden nicht für Zeiten vor der Antragstellung erbracht. Treten die Anspruchsvoraussetzungen an einem Tag ein, an dem der zuständige Träger von Leistungen nach diesem Buch nicht geöffnet hat, wirkt ein unverzüglich gestellter Antrag auf diesen Tag zurück.

    Oder sehe ich das nun falsch?

  4. Werniman sagt:

    @heatseeker
    Du hast schon recht…Anträge gelten erst ab dem Tag, an dem sie gestellt wurden. Eine Ausnahme gibts nur dann, wenn der erste Tag der Hilfsbedürftigkeit auf ein Wochenende fällt und dadurch keine fristgemäße Meldung, sondern erst am nächsten regulären Öffnungstag möglich sind. Am einfachsten erklärt man das an dem Beispiel,daß jemand z.B. zum 1.Juni Hilfsbedürftig würde. Würde der 1.Juni auf einen Wochentag fallen,müsste der Antrag auch spätestens am 1.Juni beim Amt gestellt werden. Da der 1.Juni aber dieses Jahr ein Samstag ist, reicht auch die Antragstellung am 3.Juni,um rückwirkend bis zum 1.Juni anerkannt zu werden.

  5. heatseeker sagt:

    dann wäre aber die aussage (Man beachte § 37 SGB II, Absatz 2, Satz 2: “Der Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wirkt auf den Ersten des Monats zurück.” – Nichts aufs Ohr erzählen lassen von wegen nur ab dem Tag der Antragstellung, oder ähnlich.) von cjb falsch. oder?

  6. Werniman sagt:

    Naja…eher falsch ausgelegt,weil unvollständig. Man vergleiche mal die Fassungen die hier

    http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0203700

    und hier

    http://dejure.org/gesetze/SGB_II/37.html

    geschrieben sind. Beides der gleiche Paragraph, nur ist er in der ersten Fassung ausführlicher wiedergegeben.

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