Weiterbildung ohne weiter und Bildung

Mit meinem ALG 2 Sachbearbeiter habe ich es gut getroffen. Ein sehr netter Mensch, verständnisvoll und ganz das Gegenteil aller anderen Sachbearbeiter, neudeutsch Fallmanager, die ich bisher hatte. Mein Sachbearbeiter immer sehr bemüht, mir das Leben nicht unnötig schwer zu machen. Dennoch kam er auf die aberwitzige Idee, ich könnte eine Weiterbildung machen. Wobei es hier weniger um „weiter“ von Weiterkommen und um „Bildung“ ging, eher um „wir packen dich jetzt mal da rein, dann bist du aus der offiziellen Statistik raus“.

Im Nachhinein glaube ich, dass man selbst meinen Fallmanager eingelullt hatte, was diese Maßnahme betrifft. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich landete in Hanau in der Jobfactory.

Keine Jobs am Fließband

Die Jobfactory ist nicht wirklich eine Weiterbildungsmaßnahme oder ich definiere diesen Begriff anders. Ja zugegeben, es gibt Menschen, die wissen nicht einmal, wie ein PC eingeschaltet wird. Für diese Menschen war die Maßnahme sicherlich ein kleiner Fortschritt (allerdings keiner zu einer Beschäftigung). Alle anderen haben sich gefragt, was sie da überhaupt tun.

Achtung, die Jobangebote gehen uns aus

Denn nach 8 Stunden Bewerbung schreiben täglich gehen irgendwann auch mal die Jobangebote aus. Ab und an gab es mal ein Seminar, was auch das Highlight war. Ansonsten jeden Morgen Besprechungen, welche Bewerbungen man am Vortag geschrieben hatte und wo man sich noch bewerben will.

Die Rettung in Form meines Fallmanagers

Gott sei Dank habe ich einen tollen Fallmanager, der hat mich da wieder raus gehauen, denn Weiterbildung ist was anderes. Das hat auch mein Fallmanager eingesehen. Leider hängt ihm die Arge schon wieder im Nacken, mich in eine Maßnahme zu stecken.

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (2 Stimme(n), Durchschnitt: 4,50 von 5)

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— Kommentare —

  1. golohess sagt:

    Als ehemaliger Teilnehmer kann ich auch etwas zu dem Thema Jobfactory beitragen. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass es sehr darauf ankommt mit welcher Erwartung man eine Arbeitsamtsmaßnahme antritt.

    Als ich zur Jobfactory kam wollte ich Hinweise darüber haben, wie ich meine Chancen, eine Arbeit zu finden, verbessern kann. Und ich wurde belohnt.

    Es gab Gespräche zu den Hintergründen warum ein Arbeitgeber jemanden einstellt oder ihn auch ablehnt. Mir wurde erklärt warum es wichtig ist sich um die Erwartungen und Wünsche des Arbeitgebers zu kümmern und dass es ebenso wichtig ist über sich selbst ein klares Bild zu haben. Bei allem wurde mir klar, dass es die Auseinandersetzung mit der eigenen Person ist, die dazu führt den richtigen Standpunkt und auch Ansatzpunkt für eine gezielte Strategie zu finden.

    Das Bild, das ich auf mein Gegenüber mache ist Entscheidend für meinen Erfolg. Und nur wenn ich mich mit mir selbst genug auseinandergesetzt habe, kann ich auch die Gegenseite verstehen.

    Ich kann nur sagen, dass die Jobfactory viel bei mir erreicht hat und ich habe eine ganze Reihe von Maßnahmekollegen gesehen, die über diesen Weg ihren Weg und Arbeit finden konnten. Diejenigen jedoch, die alles in Frage gestellt, oder gar als Schikane empfunden haben, waren Erfolglos und haben sich meistens nur selbstbemitleidet.

    Heute kann ich selber bestimmen was ich wann tue…denn ich finanziere mich selbst. Dabei hat mir die Jobfactory geholfen!

  2. Werniman sagt:

    Was mich an solchen Maßnahmen stört,ist die Tatsache,daß es eigentlich keinen Königsweg gibt, wie eine Bewerbung auszusehen hat. Mach 10 Bewerbungstrainings bei 10 verschiedenen Dozenten und man bekommt 10 grundverschiedene Auffassungen mitgeteilt, wie die optimale Bewerbung aussehen sollte. Was Dozent Müller als perfekte Bewerbung betrachtet, betitelt Dozent Schmidt als absoluten Bockmist usw. Und sein wir doch mal ehrlich: Bei bestimmten Teilnehmergruppen (speziell denke ich an die Altersklasse 58+) liegen die mangelnden Einstellungschancen nunmal in der Regel am Alter und nicht daran, ob der Betreff in der Bewerbung nun unterstrichen wird oder nicht.

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