Die Menschen dahinter – die andere Seite des Schreibtischs

Auch für die ARGE-Mitarbeiter ist das Leben nicht immer einfach. Der tägliche Umgang und die Arbeit mit den ALG-2 Empfängern verändern einen Menschen sehr durch wüste Beschimpfungen, tägliche Drohungen und sogar ausgeübte Aggressionen und tätliche Übergriffe.

Auswirkungen von Bedrohungen und Beschimpfungen

Meine bekannte Sabine (39) ist ein starker und charakterlich gefestigter Mensch, der sich gut durchsetzen kann. Nach über 15 Jahren als Sachbearbeiterin beim Hamburger Arbeitsamt konnte aber auch sie nicht mehr und gab auf. Tagtäglich hörte sie sich die teilweise ungeheuerlichsten Lügengeschichten von ALG-2 Empfängern in Bezug auf das Geld an. Als Sachbearbeiter bei der Leistungsabteilung ist eine gewisse Härte nötig, um nicht unter zugehen. Man darf sich von Drohungen und Beschimpfungen nicht einschüchtern lassen, aber irgendwann kann auch der stärkste Mensch einfach nicht mehr. Sabine hat durch ihre täglichen Einblicke in menschliche Abgründe angefangen, auch in allen anderen Menschen das potenziell Böse zu sehen – auf dem Amt und auch im privaten Umfeld.

 Irgendwann ist Schluss

Als schließlich eine Mitarbeiterin mit dem Messer bedroht wurde und die ARGE zum “Schutz” der Mitarbeiter einen Sicherheitsdienst engagierte, dann war Schluss. Der “Sicherheitsmitarbeiter” war kurz vor der Pensionierung, aber diese Alibilösung der ARGE war vermutlich die kostengünstigste. Sabine hörte nach langen Jahren beim Arbeitsamt auf und fing als Sachbearbeiterin in einem Wirtschaftsunternehmen an. Es ist eine Arbeit mit Menschen, die den Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches sehr verändert. Es sind viele Schicksale, die einen betroffen machen – aber auch Einblicke in Abgründe, die einen selbst verändern.

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (4 Stimme(n), Durchschnitt: 3,00 von 5)

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— Kommentare —

  1. Karlchen sagt:

    Wenn die Gesetze in Dtl. besser wären, könnte auch das Amt und die Sachbearbeiter härter durchgreifen. Da aber jeder Idiot in Deutschland Anspruch auf irgendwelche Gelder hat und bei der Durchsetzung der Ansprüche auch noch von diesem bescheuerten Staat unterstützt wird, müssen sich die Fallmanager den ganzen Rotz von den Taugenichtsen, Faulenzern und geistigen Tieffliegern anhören.

    Die Lösung? Härtere Gesetze und: wer nicht arbeitet bekommt eben keine Kohle, so einfach ist das. Dann wird’s den Blutsaugern schon vergehen und man nimmt auch Jobs an, die man eigentlich nicht mag.

  2. Adolarfg01 sagt:

    Karlchen viel bekommst du nicht mehr mit oder? die auf den amt sind selber schuld, wie man in den wald reinruft so schalt es zurück!

  3. Menschenwürde sagt:

    Dieser Beitrag hat mich doch etwas aufgewühlt und mich bewogen hier mal einen Kommentar zu schreiben. Ich kenne auch eine Sabine, welche jetzt auch um 39 sein dürfte und zumindest vor einigen Jahren noch auf einem Sozialamt, so hieß das damals noch, in Thüringen arbeitete. Auf einem unserer Klassentreffen äußerte sie sich äußerst geringschätzig über die Menschen, mit denen sie zu tun hatte. Leider hatte ich damals noch nicht den Mumm ihr kontra zu geben. Heute könnte ich es sicherlich, nach persönlichen Erfahrungen. Bisher kam ich zwar noch nicht in die Notlage HartzIV tatsächlich beziehen zu müssen, jedoch stand ich kurz davor. Der Tag an dem ich ein Jahr nach meiner Trennung, als nun alleinerziehende Mutter, auf der Arge war, um den Antrag auf ALG2 abzuholen, war für mich ein ganz schlimmer. Auch ich wurde dort wie ein arbeitsscheues Stück Müll behandelt, das nur nach Ausreden suchen könnte, um nicht arbeiten zu müssen. Dabei hatte ich zu jenem Zeitpunkt lediglich 1 Jahr Bezug von ALG1, nach 13 Jahren sozialversicherungspflichtiger Berufstätigkeit, hinter mir. Ich wollte immer arbeiten, nur wollte mir ein Jahr lang keiner eine Chance geben. Was folgte waren 4 Jahre Callcentersklavenjob unter enormen Druck für sehr wenig Geld. Diese insgesamt 5 Jahre meines Lebens haben mich stark geprägt. Sämtliche Anträge auf Weiterbildungsförderung wurden abgelehnt. Handelsfachwirt in Vollzeit ging nicht, da in der Zeit nicht vermittelbar. Wirtschaftsfachwirt in Teilzeit ging auch nicht, da zu dem Zeitpunkt angeblich keine nebenberuflichen Aufstiegsfortbildungen gefördert werden durften. Fordern und Fördern? Einzelfallprüfung? Es macht einen einfach nur wütend, wie zwar der x-te Compunter-Anfänger-Kurs gezahlt, nicht aber sinnvolle Maßnahmen, wie ein sinnvolles Praktikum oder eine Weiterbildung mit einem anerkannten Abschluss. Eine pflegleichte Kundin war ich mal. Das ist vorbei. Mitleid mit Arge-Mitarbeitern habe ich keines.

  4. rosi sagt:

    Kann Ihnen nur zustimmen, werte Menschenwürde, da fliegt einem glatt der Hut hoch.

    Und zu der Geschichte kann ich nur sagen, die Täter, die Mitschuldigen und die Trittbrettfahrer sind hervorragend darin, sich zum Opfer zu stilisieren.

    Wäre ich ganz böse, würde ich formulieren, wer sich alles so als Opfer gesehen hat … doch ich lasse es.

    Um überhaupt den Job dort so lange zu machen … die Schicksale einfach ALLE unter Lügen/Schmarotzer zu verbuchen … das lässt sich schon tief blicken. Hier Derartiges zu schreiben … wie vernebelt … lassen wir das.

    Dass der Verfasser nicht einmal in Ansatz auf die Idee kommt, die Projektion auf das Private, formuliert:

    “Sabine hat durch ihre täglichen Einblicke in menschliche Abgründe angefangen, auch in allen anderen Menschen das potenziell Böse zu sehen – auf dem Amt und auch im privaten Umfeld.”

    ließe auf eine generelle Haltung (Menschenbild) von “Sabinchen” schließen … Nein, das kann und darf ja nicht sein. Die, welche im Amt um Hilfe bitten, bei denen war die Beurteilungen der doch derart charakterfesten Sabine gaaaanz sicherlich schon richtige.

    Aber plötzlich, so von heute auf morgen, beginnt Sabinchen damit, Fehler bei der Charakterisierung von Menschen zu machen; die man also solche erkennen kann (wer kennt denn schon die Menschen über die sie zu Hause zuvor lästerte und urteilte, verurteilte?) … Denn das private Umfeld, jupp, das kennt man dagegen und jene hat man als unschuldig identifiziert. Exakt so, wie es Gesetz zu sein scheint, dass die auf der anderen Seite von Sabines Tisch wohl überhängig schuldig gewesen sein müssen. So bestätigten es doch stets die Geschichten von Sabine, der Charakterfesten. Stimmt, nicht wahr nicht, kann ja gar nicht anders sein?

    Jaa, nee iss klar, so etwas fällt glatt vom Himmel, dass man Gut und Böse gar nicht mehr unterscheiden kann. Und Schuld sind dabei natürlich jene, die alle wirklich so schuldig, so böse und so verlogen waren. (Wenn Sie wüssten, an welche Job-Inhaber mich das erinnert).

    Dabei sollte es als erwiesen gelten, wer das einmal als Erwachsener drauf hat, also Gut und Böse zu unterscheiden, verliert das nicht mehr. Nachhaltig oft nicht einmal nach extra dafür angelegten Gehirnwäschemethoden. Es sei denn, man sah es doch eigentlich schon immer mehr in die andere Richtung. Denn dann ist es keine Gehirnwäsche, sondern eine stetige Bestätigung des eigenen Denkens. Und nicht setzt sich mehr fest, als ein subjektives Menschenbild, zu dem man jederzeit Bestätigung erlangen kann, schon von Job wegen. Die Projektion auf alle Menschen spricht hier wahre Bände.

    An dieser Stelle empfehle ich Sabine einen guten Therapeuten. Sag jedoch gleich, manches ist schlicht nicht therapierbar; wobei man davon ausgehen kann, ausgerechnet jene Klientel hält sich in der Regel für nicht therapiebedürftig.

  5. Herbert sagt:

    Ja ja, die bösen Sozialempfänger. Ich kann es gar nicht glauben was für eine öffentliche Anklage ich hier lese.
    Die dann auch noch arme AA-Mitarbeiter anlügen und so langsam töten.
    Da hilft doch nur noch steinigen und Sozialleistungen ganz einstellen

  6. Herbert sagt:

    @Karlchen, du bist echt der Knaller. Bist wirklich so unzufrieden mit dir und deinem Leben?

  7. tom-geso sagt:

    Die Mitarbeitern der arge müssen sich nicht wundern das sie bedroht und beschimpft werden. Diese 50j unbefriedigten schreck schrauben könnte man eh alle samt vom Erdboden tilgen

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