Alle Jahre wieder zum Bewerbungstraining

Es gibt Ereignisse, die Jahr um Jahr wiederkommen und uns ein Lächeln auf die Lippen zaubern können: Ostern, Weihnachten, Geburtstage. Bei uns flattert jedoch jedes Jahr das Schreiben vom Arbeitsamt ins Haus. Und das bringt weniger Freude, als vielmehr Unverständnis und Entnervtheit mit sich.

Schon seit 1991 betreibt meine Familie ein kleines Speiseeisgeschäft in einer idyllischen Thüringer Kleinstadt. Spätestens, wenn man zum Eis essen auch gern zum nahegelegenen See fahren kann, wenn man auf Geschmack weniger Rücksicht nimmt, wird die Eisproduktion über den Winter still gelegt.

Das ist dann der Zeitpunkt, wo meine Mutter als Saisonarbeiterin dem Arbeitsamt "Guten Tag." zu sagen hat. "Wir möchten mit ihnen über Ihre berufliche Perspektive reden." – der Satz hat sich schon ins Gedächtnis eingebrannt. Berufliche Zukunft? Welche berufliche Zukunft denn? Ab März geht das Geschäft wieder los, die Eiskugeln werden wieder gerollt und die heißen Tage somit perfekt abgekühlt.

Warum also an eine berufliche Zukunft denken und darüber reden, wenn diese schon unter Dach und Fach ist? Natürlich müssen die lieben Sachbearbeiter des Arbeitsamtes all das erfragen, besprechen, diskutieren. Doch seit 20 Jahren kann meine Mutter nicht vielmehr zu den Leuten sagen, als: "Ich bin ohnehin nur ein viertel Jahr arbeitslos. Eine langfristige, berufliche Zukunft ist somit von ihnen gar nicht nötig zu planen." Erheiternd ist es natürlich, wenn gegen Ende Februar ein Schreiben ins Haus flattert: "Wir möchten mit ihnen Bewerbungen schreiben. Bitte vereinbaren sie einen Termin." Das ist dann der Punkt, wo meine Mama entnervt den Telefonhörer in die Hand nimmt: "Ich kann leider keinen Termin vereinbaren, ich arbeite ab nächster Woche wieder. So wie jedes Jahr." Und so ist es, alle Jahre wieder !

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (1 Stimme(n), Durchschnitt: 4,00 von 5)

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