Von wegen “Wachstum” – so lassen wir uns täuschen

Wie das Statistische Bundesamt unlängst bekanntgab, ging die Zahl der Männer in „normalen“ Beschäftigungsverhältnissen um sage und schreibe 44.000 zurück. Derartige Statistiken bringen das Bild, das die Bundesagentur für Arbeit uns von den Gegebenheiten am Arbeitsmarkt weismachen will, ganz schön ins Straucheln.

Und tatsächlich sind viele Bürger hierzulande ohnehin schon lange der Meinung, dass es keineswegs auf die Qualität der Jobs geht, sondern schlicht und einfach um die Quantität. Soll heißen, dass die Statistiken der Arbeitsagenturen geschönt werden, was das Zeug hält.

Hauptsache, die Quote stimmt

Wichtig ist schließlich, dass die „Fassade“ nicht (noch) weiter bröckelt. Wenn man aber mal an der „Oberfläche kratzt“, erkennt man, wie es darunter aussieht. Dass es dabei nämlich nur in zweiter Linie darauf ankommt, welche Bedingungen die Arbeitnehmer zum Teil in Kauf nehmen und zu welchen Konditionen sie arbeiten müssen, ist – nach außen hin – meist Nebensache.

Merkel, von der Leyen & Co. freuen sich. Der kleine Mann hat das Nachsehen

Wenn man bedenkt, dass von den derzeit rund 31 Millionen Menschen, die in der Statistik als „abhängig Beschäftigte“ geführt werden, gerade einmal ein Viertel als „normal erwerbstätig“ gilt, ist das schon äußerst denkwürdig. Fakt aber ist in der Tat, dass 25 Prozent geringfügig Beschäftigte (Minijobber), Teilzeitbeschäftigte oder Leiharbeiter sind.

Überhaupt hat die Zahl der Leiharbeiter hierzulande massiv zugenommen. Mittlerweile sind sogar 870.000 Zeitarbeiter/innen in Deutschland registriert. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass Leiharbeiter oft nicht nur weniger als die Hälfte dessen verdienen, was „Normalerwerbstätige“ am Monatsende in der Tasche haben. Sondern etwa 27 Prozent von ihnen sind sogar nurmehr als befristete Arbeitnehmer angestellt. Mal ehrlich: unter derartigen Voraussetzungen ist es wahrlich nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr „Arbeitnehmer“ der Ansicht sind, ein Leben als Hartz-IV-Empfänger sei weitaus „lukrativer“. Für’s Nichtstun Geld bekommen – wer würde sich das nicht auch wünschen?

 

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10145#more-10145

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— Kommentare —

  1. Werniman sagt:

    Die Bundesagentur macht sich nichtmal mehr die Mühe, die halbwegs reelen Arbeitslosenzahlen zu verstecken. Auf statistik.arbeitsagentur.de kann man sie mit etwas blättern nachlesen. Demnach hatten wir im August 2012 2,905 Mio “offizielle” Arbeitslose, eine knappe weitere Mio wurden in irgendwelchen Maßnahmen versteckt. Hinzu kommen rund 1,6 Mio Kinder,die ebenfalls vom ALG2 leben.
    Die offiziellen 2,905 Mio Arbeitslosen teilen sich in rund 1 Mio ALG1-Empfänger und 1,9Mio ALG2-Empfänger auf. Von den offiziellen 2,905 Mio Arbeitslosen sind 1,9 Mio auf ALG2 angewiesen und sogar 1,5 Mio davon haben eine geringfügige Tätigkeit (Minijobs). Hier kann mir also keiner erzählen,daß ALG2-Empfänger pauschal zu faul zum arbeiten seien.
    Insgesamt haben wir in D sogar 7,5 Mio Leute, die von Minijobs und aufstockenden Leistungen leben. Interessant ist dabei, daß die BA selbst indirekt zugibt, daß es eigentlich noch wesentlich mehr Leute sind,die so wenig verdienen. Das ergibt sich aus den Angaben zur Zahl der Beschäftigten in D (41 Mio) und der Zahl derer, die davon sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind (28,927 Mio). Die über 12Mio Leute Differenz sind dann folglich die,die arbeiten, aber so wenig verdienen, sie nicht mal selbst Sozialbeiträge abführen müssen (d.h. die verdienen weniger als 400,01€).

    Ach ja: Es gibt für diese vielen Leute übrigens gerade mal 493000 freie Stellen. Klar sagt die Jobbörse der BA-Webseite,daß es über 860000 seien. Allerdings sind dort auch die ganzen doppelten oder erneuten Einträge für den selben Job mitgezählt. Das ist z.B. dann der Fall,wenn eine Firma selbst Personal sucht und zusätzlich noch eine oder mehrere Zeitarbeitsfirmen damit beauftragt. Oder wenn eine Firma erneut für den selben Job inseriert,die alte Anzeige aber nicht rausnehmen lässt. Wenn ich mir alleine mal die Stellenangebote in der Jobböse für unseren Ort anschaue, so finden sich da für ganze 2 Jobs insgesamt 11 (!) Stellenanzeigen. jeweils 2 von den eigentlichen Arbeitgebern und der Rest von verschiedensten Zeitarbeitsfirmen. Verwechslung aufgrund der spezifischen Stellenanforderungsangaben ausgeschlossen.

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