Gibt es Chancen, der “Pfändungsfalle” zu entkommen?

Angesichts der sich immer weiter verschlechternden Situation für bedürftige Hartz-IV-Empfänger ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Zahl der Kontopfändungen immer weiter zunimmt. Denn Fakt ist, dass es den Betroffenen – trotz "Anhebung" der Hartz-IV-Sätze um sage und schreibe fünf Euro – immer seltener möglich ist, ihre Rechnungen pünktlich zu begleichen. Im Zuge dessen zieht sich also die Schlinge enger und enger um den Hals der ohnehin schon arg gebeutelten Hartz-IV-Empfänger zu…

 

Pfändung? Nein danke…!

Hinzu kommt, dass sich vor allem auch (potentielle) Arbeitgeber in der Regel dagegen sträuben, Job-Interessenten einzustellen, wenn bereits aus deren (Bewerbungs-)Unterlagen zu erkennen ist, dass ein Pfändungsverfahren "in vollem Gange" ist. Übrigens sind auch Arbeitnehmer nur allzu häufig von einer Kündigung bedroht, wenn ein Pfändungsverfahren gegen sie läuft. Denn leider ist das mit einem Pfändungsverfahren einhergehende Verwaltungsprozedere sehr zeitintensiv und somit auch äußerst kostspielig – insbesondere für Arbeitgeber. Ein Teufelskreis, aus dem es für den Schuldner offenbar so leicht kein Entrinnen gibt. Oder etwa doch?

 

Hilfe ist "im Anmarsch"

Das so genannte "Pfändungssichere Konto" kann die Rettung aus der Bredouille sein. Seitdem vor wenigen Monaten im Rahmen der geplanten Verbesserung des Gesetzes zur Reform des Kontopfändungsschutzes gravierende Neuerungen eingeführt wurden, ist für Langzeitarbeitslose endlich wieder ein "Licht am Horizont" zu erkennen.

 

Das "Zauberwort" lautet: P-Konto

Seit dem 1. Juli 2010 is es nunmehr für jedermann möglich, bei der Sparkasse des Vertrauens bzw. bei der Bank um die Ecke ein solches P-Konto einzurichten. Das bedeutet, dass das bereits bestehende Giroonto "umgewandelt" und fortan als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Die Umstellung kann sogar rückwirkend auf den vorangegangenen Kalendermonat beantragt werden; der damit verbundene "Verwaltungsprozess" dauert etwa zwei bis vier Werktage. Schuldner, die sich für die Einrichtung des P-Kontos entschließen, profitieren laut § 850 c ZPO automatisch vom so genannten Pfändungsfreibetrag in Höhe von aktuell 985,15 Euro im Monat. Eine echte Erleichterung für verschuldete Langzeitarbeitslose…!

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1 5 5 das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend

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— Kommentare —

  1. Ludwig sagt:

    Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber laut Aussagen soll so ein P Konto mehr monatliche Gebühren voraussetzen, und die Einrichtung soll auch mit 10 Euro veranschlagt werden.  Ist das richtig?

  2. niobe1958 sagt:

    Ein P-Konto kann bis zu 12 Euro monatlich zzgl. Lastschrift- bzw. Überweisungsgebühren kosten!
    Die meisten Banken verlangen höhere Gebühren für das Pfändungsschutzkonto als bei anderen Kontomodellen. 
    http://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/weblog/20101201/zu-hohe-kosten-beim-pfaendungsschutzkonto.php

  3. Leopold sagt:

    Auch ein P-Konto bietet keinen optimalen Schutz, wenn die Bank – hier Sparkasse MM-LI-MN – ihre eigenen – gesetzwidrigen – Berechnungsmethoden anwendet (Pfändung von Geldern unterhalb des eigentlich pfändungsgeschützten Sockelbetrages).
    Machen aber auch andere Banken/Sparkassen so …
    Siehe dazu Bericht bei Frontal21(ZDF) vom 08.05.12 unter dem Titel
    “Banken plündern Konten von klammen Kunden”
    (ist dort in der Mediathek zu finden – Kurzlink dazu http://www.doiop.com/frontal21

    Beschwerden an die Rechtsabteilung der Bank werden ignoriert, werden
    einfach gar nicht beantwortet.

    Da hilft nur eine Beschwerde an BaFin, Bundesjustizministerium etc. oder
    eine Klage, um wieder an die einbehaltenen Gelder zu kommen.

    Ein Urteil dazu, dass diese “bankeigenen” Berechnungsmethoden nicht
    zulässig sind, gibt es bereits vom AG Köln (AZ 142 C 441/10).

    Trotzdem machen die Banken was sie wollen !!

    Das Thema wird auch hier behandelt: http://www.p-konto-forum.de
    Dort sind Ansprechpartner für entsprechende Beschwerden von mir veröffentlicht.

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