— Archiv für September 2010 —
— Samstag, 11. September 2010 —
Nur, weil ab Januar 2011 der Hartz-IV-Regelsatz nicht mehr "Hartz-IV-Regelsatz" heißt, sondern Basisgeld, heißt das noch lange nicht, dass sich zugunsten bedürftiger Leistungsempfänger alles zum Guten wenden wird. Zwar ist nach Angaben eines Ministeriumsprechers geplant, Hartz IV und Co. "eigenständiger und differenzierter" zu machen, jedoch stellt sich dennoch die Frage, wer letztendlich tatsächlich von den Neuerungen profitieren wird. Der "kleine Mann" wohl kaum. Oder doch? Man darf jedenfalls gespannt sein, was da noch alles auf den deutschen Bürger wartet….
Viel Arbeit – wenig Geld
Wie zu erwarten war, überschwemmt aufgrund der geplanten Änderungen eine Klagewelle das Land. Sozialrichter, Anwälte, Sachbearbeiter und viele, viele andere Arbeitnehmer kommen schon jetzt mit der Bearbeitung der einzelnen Fälle nicht mehr nach. Und ein Ende dieses immensen, zusätzlichen Arbeitsaufkommens ist auch noch lange nicht in Sicht. Mit einem süffisanten Augenzwinkern betrachtet könnte man angesichts dessen durchaus behaupten, dass Merkel & Konsorten nun doch genau das erreicht haben, was sie schon immer wollten: mehr Arbeit für Deutschland. Nur, dass diesbezüglich der Schuss wohl nach hinten losging…. Möglicherweise finden sich ja neue Wege, dass auch Langzeitarbeitslose von diesem überschüssigen Arbeitsaufkommen profitieren. Mal ehrlich: durch die Einrichtung von "Ein-Euro-Jobs" an deutschen Sozialgerichten könnte so manches Verfahren sicherlich das eine oder andere Mal anders ausgehen bzw. beschleunigt werden….
Mit dem 3er BMW vom Sofa aus ins Krankenhaus – ein echter Karrieresprung?
Betrachtet man einmal die Sparte der Pflegeberufe, so werden hier über kurz oder lang wohl auch harsche Kritikerstimmen laut. Nicht jeder sieht es schließlich sonderlich gern, wenn seine lieben Anverwandten in Altenheimen oder Krankenhäusern von geringqualifizierten Hartz-IV-Empfängern betreut werden. Frau Merkel hat aber offenbar auch diesen Punkt berücksichtigt, denn sie zog in Erwägung, dass Langzeitarbeitslose schon ab 2011 zu Pflegekräften ausgebildet werden sollen. Das "Kind" muss schließlich einen Namen haben….
— Sonntag, 5. September 2010 —
Die Kirche hat in diesen Zeiten eigentlich genug mit sich selbst zu tun…, so jedenfalls könnte man meinen. Doch diese jahrtausendealte Institution soll sich trotz all' der Schwierigkeiten, in denen sie bedingt durch die furchtbaren Machenschaften einiger ihrer "Ober-Schäfchen" ja bekanntlich selbst steckt, für die Menschen einsetzen, denen es aus finanzieller Sicht eher nicht so gut geht. Dieses Ziel jedenfalls verfolgt die Ex-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, die nämlich jetzt explizit zum Widerstand gegen die Bundesregierung aufgerufen hatte.
Politisches "Engagement"
Hintergrund des Ganzen ist die so genannte "Wächterrolle", welche die Kirche – zumindest nach Ansicht von Frau Käßmann – angeblich noch immer innehat. Wer's glaubt….. Die Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger zum Beispiel könnte schließlich keineswegs so einfach hingenommen werden. In diesem Fall könnte man Frau Käßmann allerdings durchaus Recht geben. Wie dem auch sei: sicherlich könnte auf diese Weise wohl auch versucht werden, die Kirche zumindest ansatzweise wieder ins "rechte Licht zu rücken".
Die Armen werden noch ärmer – Perspektivlosigkeit inklusive
Viele sind sich angesichts der drohenden Einschneidungen im Zusammenhang mit Hartz-IV-Leistungen einig: eine soziale Schieflage ist über kurz oder lang in jedem Fall vorprogrammiert. Aber vielleicht könnte in diesen schwierigen Zeiten die Etablierung einer weiteren Partei Abhilfe schaffen, wer weiß? Das Stichwort "Sarrazin dürfte diesbezüglich bei dem einen oder anderen Bürger die "Alarmglocken" zum Läuten bringen. Fakt ist, dass hinter vorgehaltener Hand die Mehrheit der deutschen Bürger dem umstrittenen (Noch-)Bundesbank-Vorstand sehr wohl beipflichtet. Aber das ist noch nicht alles, denn wie sich unlängst durch Befragungen herausstellte, sind sage und schreibe 18 Prozent (!) der Deutschen für die Gründung einer "Sarrazin-Partei"! Ein Umstand, der in der Tat Bände spricht….
— Samstag, 4. September 2010 —
"Man hat's nicht leicht, aber leicht hat's einen…" – diese oder ähnliche Gedanken gehen in diesen Zeiten nicht selten Hartz-IV-Empfängern durch den Kopf. Denn in den letzten Wochen sickerte immer wieder durch, dass wohl auch das nächste Jahr keine Verbesserungen oder gar neuen Chancen für Langzeitarbeitslose zu bieten hat. Ganz im Gegenteil, denn geplant ist, mehr als 80 Milliarden Euro (!) einzusparen. Und natürlich geht das neue, so genannte Haushaltsbegleitgesetz 2011 zu Lasten des "kleinen Mannes". Wie sollte es auch anders sein…?
Wohngeldbezieher, Hartz-IV-Empfänger und Elterngeldberechtigte aufgepasst: nun kommt es "knüppeldick"
Sicherlich gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch Grund zur Hoffnung, denn der ab dem 1. Januar 2011 geplante Wegfall des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger, die zum Teil gravierenden Änderungen beim Wohngeld sowie die den Bundesagenturen für Arbeit in Aussicht gestellten Freiheiten sind noch nichts rechtskräftig. Apropos: jeder wird sich denken können, dass die neuen "Freiheiten" der ARGE sich wohl ebenfalls nachteilig für die Empfänger sozialer Leistungen auswirken werden. Aber dies sei nur am Rande erwähnt….
Die "Schuldenbremse" ist Schuld an der Misere
Der Bund hat sich im Zusammenhang mit der im Grundgesetz verankerten, so genannten "Schuldenbremse" dazu verpflichtet, bis zum Jahre 2016 das bestehende Defizit auf nurmehr 0,35 Prozent des BIP (sprich: Bruttoinlandsprodukt) zu reduzieren. Im Klartext heißt das, dass ein Schuldenlimit von 10 Milliarden Euro angestrebt wird. "Nichts leichter als das", denken sich offenbar – wieder einmal – die Damen und Herren Regierungsbeamten, denn "Otto Normalverbraucher" und "Lieschen Müller" sind doch eh' schon lange an derartige "Gängelungen" gewöhnt.
Nun ja, so ganz außen vor ist die Bundesregierung im Zusammenhang mit den geplanten Sparmaßnahmen wohl doch nicht. Zumindest wurde angemerkt, dass bis 2010 rund 10.000 bis 15.000 Stellen auf Regierungsebene (!) gestrichen werden sollen. Hört, hört!