— Montag, 27. September 2010 —
Bin Selbstständig und ALGII aufstocker, musste letztens zu meinem SB und dort musste ich mir unter anderem anhören das ich bestimmt Schwarzarbeit mache, weil das in meinem Gewerk ja alle machen würden. Das stinkt mir gewaltig, was kann ich legal gegen diese Ratte tun? Oder soll ich warten bis er Feierabend hat und ihn dann einfach zusammen treten?
— Sonntag, 26. September 2010 —
Es ist ja bekanntlich so, dass Kinder von ihren Eltern lernen. Aber es ist ebenso der Fall, dass sich die lieben Kleinen im Laufe der Jahre nunmal nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Dinge aneignen. That's life. Und so ist es in diesem Zusammenhang wohl auch nicht weiter verwunderlich, dass es auch in Zukunft immer wieder Menschen geben wird, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Eben weil sie es von Papa und Mama nicht anders vorgelebt bekommen haben. Sie sind kein anderes Leben gewöhnt und sind somit de facto der Ansicht, es sei "normal", ein Leben lang mithilfe von "Vater Staat" zu existieren, statt selbst endlich einmal die Initiative zu ergreifen und "durchzustarten".
Ab Oktober 2010 geht es los
Um also diesem Teufelskreis zu entfliehen, haben sich die Brandenburger etwas einfallen lassen. Ziel ist es, vor allem jüngeren Menschen aus Hartz-IV-Familien die Chance auf ein "wirklich normales" Leben zu geben und sich im Zuge dessen von den scheinbar "altbewährten" Mustern zu trennen. Die Rede ist vom so genannten Schüler-Bafög, von dem die Kinder bzw. die Jugendlichen profitieren sollen, deren Eltern mit weniger als 2.000 Euro (bei einem Kind) monatlich auskommen müssen. Bei Familien mit zwei Kindern beträgt die entsprechende Einkommensgrenze 2.500 Euro.
Schüler-Bafög: eine "lukrative" Idee?
Aber – wie sollte es auch anders sein – auch hier gibt es wieder Beschränkungen. Denn nur die Schüler, die eine weiterführende Schule besuchen und mindestens in der elften Klasse sind, haben die Chance darauf, je Monat etwa fünfzig bis achtzig Euro zusätzlich zu bekommen. Über die tatsächliche Höhe des Schüler-Bafögs ist man sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch uneins. Wie dem auch sei: der Betrag ist nicht anrechnungspflichtig, wird also nicht vom Hartz-IV-Satz abgezogen.
Ein Beispiel, das "Schule machen" wird…?
— Samstag, 25. September 2010 —
Die "Hinhalte-Taktiken" von Seiten der Regierung sind nach Ansicht vieler deutscher Hartz-IV-Empfänger schlichtweg nicht mehr zu ertragen. Denn mal heißt es, die Hartz-IV-Sätze werden erhöht. Dann wiederum wird in den Medien verlautbart, Langzeitarbeitslose müssen mit allem rechnen, nur nicht mit der Anhebung der sozialen Leistungen. Und erst kürzlich war wieder einmal die Rede von einer geplanten Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Niemand weiß offenbar genau, was werden wird. Am allerwenigsten die Betroffenen selbst.
Ein Armutszeugnis der Regierung…
Es ist schon schlimm genug, dass Langzeitarbeitslosen oft eine gewisse Affinität zu Bier und Zigaretten vorgeworfen wird. (Vielen ist der Genuss von Alkohol & Co. aber doch gar nicht gestattet…?) Die finanzielle Unterdrückung durch den Staat wird von vielen deutschen Bürgern dahingegen als noch schlimmer empfunden. Immer neue, willkürliche Aktionen, immer neue "Neuberechnungen" der Leistungssätze….
359 Euro – oder doch 379 Euro? Grundsätzlich bleibt es sich eh' gleich
Frau Merkel und ihre "Mannen" haben sich aktuell offensichtlich doch auf eine Erhöhung der Regelsätze für das "Beinahe-Basisgeld" geeinigt. Ist Frau von der Leyen mit ihrem Vorschlag letztendlich noch gescheitert, zumindest durch die Umbenennung von Hartz-IV-Zuwendungen in "Basisgeld" einen positiveren Touch zu erzielen, so zeichnen sich vielleicht dennoch Verbesserungen auf dem Hartz-IV-Segment ab. Um sage und schreibe 20 Euro mehr soll das Hartz-IV-Geld in Zukunft angehoben werden. Na, wenn das nichts ist….
Ganz nebenbei wird sich jedoch wohl auch noch in Zukunft jeder (wirklich) Bedürftige die Frage stellen, wie um alles in der Welt es denn sein kann, dass es so viele Menschen gibt, die trotz der offensichtlich unverschämt niedriger Hartz-IV-Sätze mit schicken Autos von Dönerbude zu Dönerbude fahren können. Auch regelmäßige Verwandtschaftsbesuche im Ausland scheinen bei all' den "ach so schlechten, finanziellen Verhältnissen" hierzulande für viele kein Problem zu sein.
Ein Tipp für Merkel & Co: Kosten sparen kann so einfach sein: mehr Kontrollen und stichprobenartige Überprüfungen – und zwar an den richtigen (!) Stellen.