Bewerbungen schreiben – aber wie?!

Mit handgeschriebenen Bewerbungsschreiben kann man heutzutage wohl kaum noch einen Blumentopf gewinnen, soviel ist sicher. Also muss ein PC her. Woher aber nehmen, wenn nicht stehlen? So ein Rechner kostet schließlich eine „Kleinigkeit“. Geld, das viele wirklich bedürftige Hartz-IV-Empfänger nun einmal nicht haben. Die Arge hat unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie zwar die Vielzahl der Langzeitarbeitslosen nur allzu gern aus den „Arbeitslosen-Statistiken“ entfernen würde, aber tatsächlich diesbezüglich aktiv zu werden, fällt den Sachbearbeitern in der Regel ja bekanntlich eher schwer. Da ist guter Rat freilich teuer. Denn wie bitteschön, soll es angesichts der wahrhaftig nicht gerade „üppigen“ Sozialleistungen überhaupt möglich sein, einen Computer aus eigener Tasche zu zahlen?

 

Kein Anspruch auf einen PC…

Jeder Arbeitgeber, der in der heutigen Zeit eine Bewerbung in Händen hält, welche noch mit Kugelschreiber- oder Füllertinte geschrieben wurde, kann sich wohl kaum des Eindrucks erwehren, dass der Bewerber lediglich ein sehr geringes Interesse daran hat, den (ausgeschriebenen) Job tatsächlich auch zu ergattern. Schließlich ist es doch in der Tat so, dass es viele, viele (Langzeit-)Arbeitslose gibt, die genau in dieser Art und Weise verfahren, um zwar einerseits ihrer Bewerbungspflicht nachzukommen, damit ihr Anspruch auf die sozialen Leistungen des Staates weiterhin bestehen bleibt. Andererseits ist es mit derartigen Bewerbungsschreiben eh‘ so gut wie sicher, dass eine Absage erfolgen wird….

 

Die Gerichte sind anderer Meinung

Trotz alledem: die ARGE zahlt keinen Cent, wenn es um die Erstanschaffung eines PC geht. Dieses „unterstreichen“ sowohl das Landessozialgericht NRW sowie auch das Sozialgericht Detmold. Natürlich ist in der heutigen Zeit ein PC in nahezu jedem Haushalt vorhanden; allerdings scheint dieser Aspekt für das eine oder andere Gericht nicht von Belang zu sein. Ein echter „Rattenschwanz“ also für bedürftige Hartz-IV-Empfänger….

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— Kommentare —

  1. Erika sagt:

    Meine Meinung ist, dass die Pauschale von 260 Euro ausreichend ist, die das Amt übernimmt. Kauft man sich Versandtaschen mit Papprückwand im Packerl von 250 St., ist die bessere Ausführung, dann kostet eine Tasche nicht einmal 10 Cent das Stück. Gehe ich natürlich um die Ecke, da wo ich wohne, muss ich einen hohen Preis für einen 10- er Pack bezahlen. Sehe es so, das es nur Bequemheit ist, wenn man sich nicht nach günstigeren Alternativen umschaut wie z.B im Internet angeboten. Rechnet man Farbtinte und Papier dazu kommt man ca. auf 40 Cent. Hinzu kommen Portokosten von 1, 45 Euro und die Bewebungsmappe. Ich finde das man hier nicht drauf legt. Kann hier keiner rechnen?

    Im Bekanntenkreis findet man meist jemanden, der einen PC und Drucker hat. Ich bin selbst Hartz-4 Bezieher und ich halte es für richtig, dass das Amt den PC nicht bezahlt. Ein Arbeitnehmer bekommt es auch nicht bezahlt. Soll ja schon Leute gegeben haben, die in Lohn und Brot stehen und sich trotzdem anderweitig bewerben. Die würden dann so wie ich auch in Internet-shop gehen,dort die Bewerbung schreiben, alles auf einen Stick und sich die Bewerbung ausdrucken, so wie ich es anfangs getan habe, als ich noch keinen PC hatte. Natürlich kostet das im Internet Shop extra. Aber auch hier legt man nicht drauf. Ausserdem gibt es Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, die gebrauchte PC und Laptops aufkaufen, gegebenfalls reparieren und auf Vordermann bringen, mit Garantie. An meinem Wohnort gibt es soetwas, ist inzw. eine Top Adresse geworden, eine gute Anlaufstelle mit zufriedenen Kunden. Ich bekomme nicht die Luxusausführung an Geräten angeboten, aber zum Bewerbung schreiben, reicht es allemal. Nicht zu vergessen ist, dass ein eigener PC auch mit laufenden Kosten verbunden ist. Nicht jeder will einen kostenlosen Virenschutz. Ergo, muss man für den kostenpflichtigen zahlen. Hin und wieder, wenn der PC streikt, muss man sich auch mal an einen PC Doktor wenden, wenn man nicht weiter weiss und Freunde nicht helfen können bzw. helfen wollen, aber es damit nur noch verschlimmern. Soll es schon gegeben haben. (so wie bei mir) Das ist mit Kosten verbunden, die man nicht hätte, wenn man keinen PC hat. Das sollte man auch mal bedenken.

    Ich weiss nicht, wer hier diese Berichte schreibt. Manchmal finde ich sie an den Haaren herbeigezogen und nur schürend.
    Meine Frage: Was hat dieser Wortlaut:” Die Arge hat unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie zwar die Vielzahl der Langzeitarbeitslosen nur allzu gern aus den „Arbeitslosen-Statistiken“ entfernen würde, aber tatsächlich diesbezüglich aktiv zu werden, fällt den Sachbearbeitern in der Regel ja bekanntlich eher schwer.” mit Ihrer Meinungsäußerung zu tun, dass es wünschenswert wäre, dass das Amt den PC übernimmt, weil schließlich Leistungsempfänger, auch seine Bewerbung schreiben muss.

    …………………………………………………………….

    Reisekosten und Bewerbungskosten unter Hartz IV

    Bewerbungen kosten sehr viel Zeit und sehr viel Geld. Schnell sammeln sich die Ausgaben. Wie also diese Kosten, die “nicht” im Regelsatz des SGB II enthalten sind geltend machen?

    Nach SGB III § 45 Leistungen

    Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende sowie Ausbildungsuchende können zur Beratung und Vermittlung unterstützende Leistungen erhalten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird. Als unterstützende Leistungen können Kosten
    1.für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen (Bewerbungskosten),
    2.im Zusammenhang mit Fahrten zur Berufsberatung, Vermittlung, Eignungsfeststellung und zu Vorstellungsgesprächen (Reisekosten)
    übernommen werden.
    und SGB III § 46 Höhe
    (1) Bewerbungskosten können bis zu einem Betrag von 260 Euro jährlich übernommen werden.
    nen die berücksichtigungsfähigen Fahrkosten übernommen werden. Berücksichtigungsfähig sind die bei Benutzung eines regelmäßig verkehrenden öffentlichen Verkehrsmittels anfallenden Kosten der niedrigsten Klasse des zweckmäßigsten öffentlichen Verkehrsmittels, wobei mögliche Fahrpreisermäßigungen zu berücksichtigen sind. Bei Benutzung sonstiger Verkehrsmittel ist ein Betrag in Höhe der Wegstreckenentschädigung nach § 5 Abs. 1 des Bundesreisekostengesetzes berücksichtigungsfähig. Bei mehrtägigen Fahrten können zusätzlich für jeden vollen Kalendertag ein Betrag von 16 Euro und für den Tag des Antritts und den Tag der Beendigung der Fahrt ein Betrag von jeweils 8 Euro erbracht werden. Daneben können die Übernachtungskosten erstattet werden. Übersteigen die nachgewiesenen Übernachtungskosten je Nacht den Betrag von 16 Euro, können sie erstattet werden, soweit sie unvermeidbar sind. Übernachtungskosten, die die Kosten des Frühstücks einschließen, sind vorab um 5 Euro zu kürzen.
    können also Kosten bis 260 Euro / Jahr erstattet werden. Ob die Kosten allerdings erstattet werden, entscheidet im “Normalfall” der Fallmanager.

    Gibt es eine Ausnahme vom “Normalfall”?

    Ja! Sofern Sie eine Eingliederungsvereinbarung mit Ihrem Fallmanager aushandeln, sollte Sie, die “verbindliche” Übernahme der Bewerbungskosten nicht vergessen. Dieser Passus lässt aus der “Kann-Bestimmung” in §§ 45 – 46 SGB III einen gesetzlichen Anspruch ableiten. Sofern in der EGV auch nicht die Höhe beschränkt wird, gilt dies uneingeschränkt.

    Bewerbungskosten – Reisekosten:

    Fragen Sie bevor Sie ein Bewerbungsgespräch haben, den potentiellen Arbeitgeber um Erstattung der Reisekosten. Sollte dieser die Kostenübernahme ablehnen, erkundigen Sie sich vorher bei Ihrem Fallmanager zwecks Kostenübernahme.
    Nachweise und Kostenerstattungen:
    Es gilt immer, das Nachweise, wie schriftliche Einladungen ( auch E-Mail ), die besten Mittel sind, um Kosten geltend zu machen. Aber auch eine telefonische Einladung ist rein formal ausreichend.
    Die Behörden praktizieren zwei Formen der Kostenerstattung:
    • Pauschal: Hier wird für jede Bewerbung pauschalisiert 5,- Euro erstattet, das gilt auch für E-Mail und Online-Bewerbungen!
    • Beleg: Hier werden nur die Kosten erstattet, welche Sie rechnerisch, durch Quittungen und Belege nachweisen können. ( Beachten Sie allerdings den Sozialticker-TIP*)
    Bewerber mit eigenem Auto können bei der BA eine Pauschale von 22 Cent pro gefahrenem Kilometer in Anspruch nehmen.
    Erstattung wann stellen?
    Stellen Sie Ihre Kostenerstattung am besten immer monatlich oder zum Quartalsende. Wer die Kosten erst zum Ende des Jahres geltend machen möchte, läuft Gefahr, dass diese Kosten auf Grund leerer Kassen abgelehnt werden.

    *Sozialticker – TIP:
    Ist es nicht mehr möglich, die Bewerbungskosten im Einzelnen nachzuweisen, können diese nach einer Entscheidung des Finanzgerichtes Köln vom 07.07.2004 (AZ: 7 K 932/03) geschätzt werden. Für eine Bewerbung mit Mappe setzt das Gericht eine Pauschale in Höhe von 8,70 Euro und für eine Bewerbung ohne Mappe (E-mail-, Kurz- oder Initiativbewerbung) eine Pauschale in Höhe von 2,55 Euro an.
    Hinweis: Leistungen werden nur auf Antrag erbracht, welche beim zuständigen Fallmanager zu beantragen sind und gilt meistens ein Jahr ab Tag der Ausstellung einer Bewilligung von UBV Leistungen.
    Veroeffentlicht von: Einstein am: Dienstag, 10. Juli 2007 –
    Quelle sozialticker.com

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