— Archiv für März 2010 —
— Mittwoch, 31. März 2010 —
Ist es denn nicht völlig ENTWÜRDIGEND für einen Menschen, Pfandflaschen sammeln zu müssen, um so das eigene Überleben bzw. das der Familie zu sichern? Und das, obwohl man tagsüber einer (geregelten) beruflichen Tätigkeit nachgeht?
In der Tat ist es mehr als tragisch, hierzulande immer wieder Menschen zu begegnen, denen es offensichtlich finanziell derartig schlecht geht, dass sie sich Tag für Tag dieser niederen Tätigkeit widmen müssen, um von dem Geld dringend Lebensmittel zu kaufen. Und das, obwohl sie in einem festen Arbeitsverhältnis stehen…! Aktuelle Umfragen haben ergeben, dass mehr als drei Viertel aller deutschen Bürger der Meinung sind, dass die Verhältnisse in unserem Land mehr als ungerecht sind.
Die einen so, die anderen so…
Selbst beim täglichen Gang zur "Tafel" fallen die hierzulande herrschenden Ungerechtigkeiten meist sofort auf. Denn immer wieder wird dort beobachtet, wie sich in den besagten "Lebensmittel-Stationen", die bekanntlich die nicht verkauften Waren aus Bäckereien, Supermärkten et cetera erhalten, um diese an die Bedürftigen abzugeben, die "Spreu vom Weizen trennt". Auf der einen Seite "tummeln" sich dort verschämt die wirklich Bedürftigen, die auf ihre Lebensmittelspende angewiesen sind, eben weil es das Schicksal nicht gut mit ihnen gemeint hat. Andererseits finden sich dort auch diejenigen ein, die sich regelmäßig über die eine oder andere "braune Stelle" am Apfel beschweren oder denen die Banane vom Vortag vielleicht nicht ganz so gut geschmeckt hat. Danach rasen sie mit ihrem 3er-BMW davon….
Von Ungerechtigkeit hierzulande ist allerdings auch deshalb die Rede, weil Arbeitnehmern bzw. Vollzeitarbeitskräften, die trotz ihrer acht- bis zehnstündigen Arbeitszeit lediglich Mini-Löhne beziehen, das mühsam erarbeitete Geld anderweitig wieder aus der Tasche gezogen wird.
Morgens, halb zehn in Deutschland…
In den Medien wird immer wieder darüber berichtet, welchen Ungerechtigkeiten vor allem die hart arbeitende Bevölkerung ausgesetzt ist. Aber auch beim Discounter an der Kasse wird diese Problematik nicht selten zum Thema bei den Kunden. Aber all' jene, die nicht arbeiten gehen (wollen), treffen sich beim Metzger, beim Autohändler oder im Reisebüro… und sinnieren darüber nach, wie schön und einfach das Leben doch ist und wie dumm die arbeitende Bevölkerung doch ist….
Klar, uns' Guido und seine feinen Kollegen sehen sich ständig kritischen Äußerungen ausgesetzt, aber Fakt ist doch – und da haben die Herren Regierungsbeamten tatsächlich auch mal Recht – dass sich Arbeit endlich wieder lohnen muss! Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmern weniger Geld zur Verfügung steht, als "engagierten" Hartz-IV-Empfängern. Wie lange muss man sich derartig menschenunwürdigen Gegebenheiten noch ausgesetzt sehen?
— Dienstag, 30. März 2010 —
Bundesrat, Pressemitteilung vom 26.03.2010
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 26.03.2010 dem Sozialversicherungs-Stabilisierungsgesetz zugestimmt. Das Gesetz soll dazu beitragen, die Folgen der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland zu überwinden.
Vor diesem Hintergrund trifft es Sofortmaßnahmen, um krisenbedingte Einnahmeausfälle der Sozialversicherungssysteme aufzufangen. Um den Beitragssatz zur Arbeitsförderung stabil zu halten, wandelt das Gesetz das bisher vorgesehene Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit im Haushaltsjahr 2010 in einen Zuschuss um, wodurch der Bund auf Rückzahlungen von voraussichtlich rund 16 Milliarden Euro verzichtet. Der Gesundheitsfonds erhält einen weiteren Zuschuss in Höhe von 3,9 Milliarden Euro.
Das Gesetz verbessert auch den Schutz der Arbeitnehmer im Falle des Arbeitsplatzverlustes. Hierzu werden die Freibeträge für Altersvorsorgevermögen von 250 auf 750 Euro je vollendetem Lebensjahr angehoben.
Quelle: Bundesrat
Quelle: http://www.datev.de/
© 2010 DATEV
— Montag, 29. März 2010 —
Beschwerde über mein Fallmanagement
Sehr geehrte Damen und Herren, Weeze den, 29.03.2010
hiermit möchte ich Beschwerde gegen meine Fallmanagerin Frau Fallmanagerin einreichen.
Ich könnte seit spätestens Januar 2010 längst wieder in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, jedoch werden mir immer wieder Steine durch mein Fallmanagement in Weeze in den weg gelegt, was nicht nur mir Unverständlich scheint.
Ich war bei der Firma XY NRW, XY-Strasse. 12 45327 Essen als Mitarbeiter vorgesehen. Dafür war es notwendig den Sachkundenachweis §34aGewO zu erwerben, jedoch wurde mir ein Bildungsgutschein durch mein Fallmanagement nicht bewilligt, trotz Schriftlicher Einstellungszusage.
Dann habe ab den 27.01.2010 an einer Eignungsfeststellung als Wachmann in der Bundeswehr teilgenommen, die Kosten dafür trug die Firma Sicherheit XY.
Es war lediglich erforderlich ein Polizeiliches Führungszeugnis bei zu bringen welches ich auch bei meinem zuständigem Einwohnermeldeamt beantragte. Dieses Schlug mit 13,00 Euro zu buche.
Aufgrund dessen habe ich am 04.02.2010 Schriftlich die Erstattung der Kosten beantragt. Sowie das Wegegeld für 11 km zum Standort der Bundeswehr am XY-berg in 47589 Uedem.
Auf die Eingereichten Anträge erfolgte bis heute keinerlei Reaktion von Frau Fallmanagerin, lediglich erklärte mir Frau Fallmanagerin Fernmündlich das die Gemeinde Weeze mich in keinster weise Unterstützen würde.
In meinen Augen Unverständlich.
Ich bin zu dieser zeit bei bis zu Minus 10°C mit dem Fahrrad dorthin gefahren und das über 17 Ausbildungstage.
Dann hatte ich am 25.03.2010 ein Vorstellungsgespräch in Nieukerk bei der Firma XY, ich hatte mich Ordnungsgemäß beim Fallmanagement dafür abgemeldet und Frau Fallmanagerin Lud mich zugleich für den folgetag vor. Die Firma XY sagte mir einen Probearbeitstag zu.
Die teilte ich auch Frau Fallmanagerin am Folgetag mit worauf sie sich veranlasst fühlte mit der Firma XY Kontakt auf zu nehmen und sie meinte das ich zum Probearbeiten für 1-2 Tage vorgesehen sei. Ich hatte ihr dann per Handzeichen zu Verstehen gegeben das es nur für einen Tag sei.
Darauf meinte Frau Fallmanagerin dann am Telefon Herr Opfer möchte nur an einem Tag Probearbeiten und das bei einem Praktikum eine Bescheinigung nötig sei.
Davon war weder von mir noch von der Firma XY die Rede!
Und die Aussage dass ich nur an einem Tag Probearbeiten wolle trifft absolut nicht zu und ich Protestiere aufs Schärfste! Das ist eine Frechheit.
Wie stellt die Frau mich dar? So werde ich nie in ein neues Arbeitsverhältnis kommen.
Mir kommt nun immer mehr die Frage auf was macht diese Frau eigentlich und ist sie ihrer Aufgabe überhaupt gewachsen?
Ich meine wie sieht es denn aus wenn die Frau direkt mit Anträgen und Bescheinigungen um sich wirft und meint ich wolle nur einen Tag Probearbeiten?
Außerdem halte ich es für Anmaßend wenn ich bei einem Vorsprache Termin dazu Genötigt werde meine Akte aufzuarbeiten und das dann noch mit der Begründung das dies so Einfacher währe und schneller geht.
Liegt das etwa in meinem Aufgabenbereich?
Auch wurde ich durch Frau Fallmanagerin Bezichtigt mich nicht bei einer durch das Theodor Breuer Haus vorgeschlagenen Praktikumsstelle zu Bewerben, zu meinem Glück konnte ich auch dies Belegen!
Ich fühle mich Genötigt die Presse davon in Kenntnis zu setzten und zu Publizieren wie mit den Arbeitslosen Umgesprungen wird! Es kann in meinen Augen nicht sein was diese Fallmanagerin sich heraus nimmt!
Mit freundlichen Grüßen
OPFER
— Sonntag, 28. März 2010 —
Von den Großen "abgeschaut"… Es heißt nicht umsonst, dass das Risiko für Kinder sehr groß sein kann, über kurz oder lang ebenfalls von Hartz IV zu leben bzw. leben zu müssen, wenn schon ihre Eltern nicht arbeiten gehen. Denn wie bitteschön sollen sich die "lieben Kleinen" denn auf Dauer an ein "geregeltes Arbeitsleben" gewöhnen, wenn es ihnen über die Jahre hinweg von Mama und Papa gänzlich anders vorgelebt wurde?
Ferienjobs für Jugendliche
Für den Fall, dass sich doch noch der eine oder andere Jugendliche aus einer Hartz-IV-Familie dazu entschieden hatte, in den Ferien ein bisschen Geld nebenher zu verdienen, hielt auch schon gleich der Staat die Hand auf. Die Chance, so etwas zur Haushaltskasse bzw. zum Auffüllen von Papas Flaschenregal im Kühlschrank beizusteuern oder vielleicht sogar etwas für den ersten eigenen Motorroller et cetera anzusparen, reduzierte sich auf diese Weise auf ein Minimum.
Die Motivation zum Arbeiten wecken – aber wie?!
Bislang wurden solche Zusatzeinnahmen bekanntlich mit den sozialen Leistungen der Eltern kurzerhand verrechnet. Ein Anreiz zum Arbeiten wurde dadurch also in keiner Weise geschaffen – ganz im Gegenteil. Insbesondere die Jugendlichen selbst verloren somit meist sehr rasch die Motivation, überhaupt noch einen Ferienjob anzunehmen. Aber das kann sich nun doch bald ändern; das Arbeiten soll durch eine neugeplante Regelung schon in Kürze auch für Jugendliche aus ALG-II-Familien interessant werden.
Der "Freischein" für den Ferienjob
Besser spät, als nie fällt den Herren Regierungsbeamten nun offenbar dieser Missstand auf. Vielleicht lassen sich auf die Dauer sogar die Sozialkassen "erleichtern", wenn durch die Einnahmen aus den Ferienjobs die jungen Leute erkennen, dass es doch weitaus mehr Spaß machen kann, eigenes Geld zu verdienen, statt auf Kosten von Vater Staat ein Dasein vor dem Fernseher zu "fristen".
Geht auch Papa bald wieder auf Jobsuche…?
Es ist geplant, die Änderungen schon zur kommenden Sommerpause durchzusetzen. Die Rede ist von einem Freibetrag in Höhe von 2.000 Euro pro Jahr. Bleibt also abzuwarten, wie sich das Ganze tatsächlich entwickeln wird. Wer weiß: womöglich ist diese neugewonnene Motivation der Schüler bzw. der Jugendlichen "ansteckend", sodass sich sogar der eine oder andere erwachsene Hartz-IV-Empfänger dazu hinreißen lässt, auf Job-Suche zu gehen… – wer weiß?
Nun ist es also offiziell…Immer häufiger ist in den Medien zu hören bzw. zu lesen, dass sich endlich ein "Licht am Ende des Tunnels" bemerkbar mache und das Ende der Wirtschaftskrise zum Greifen nah ist. So lassen beispielsweise stets mehr produzierende Unternehmen verlauten, dass sich ihre Auftragsbücher kontinuierlich wieder füllen und die Kauflust der Verbraucher endlich wieder zugenommen habe. Somit liegt nahe, dass auch die finanziellen Engpässe von Arbeitgebern schon bald "Schnee von gestern" sein werden.
Verbesserung für die einen, das Ende des "Faulenzens" für die anderen…?
Eines scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt so gut wie sicher: die Situation am allgemeinen Arbeitsmarkt wird sich nun wohl auch für "enthusiastische" Hartz-IV-Empfänger gravierend verbessern – oder sollte es nicht doch besser heißen "verändern"…? Denn wo Geld vorhanden ist, stehen logischerweise auch finanzielle Mittel bereit, um fähige und vor allem leistungsbereite Arbeitnehmer zu bezahlen. Daraus folgt, dass im Endeffekt auch Langzeitarbeitslose wieder eine reelle Chance hätten, die Tür zur "Welt der Arbeit" ein kleines Stückchen zu öffnen. Vielleicht ja auch für den überaus "engagierten Hartz-IV-Empfänger" in dem folgenden Beitrag:
http://www.sat1.de/kerner/videos/videoplayer/43231/
Von einer "Verbesserung" der wirtschaftlichen Situation kann für diesen allerdings wohl kaum eine Rede sein. Überhaupt scheinen sich die Gegebenheiten für Hartz-IV-Empfänger ein Stückchen positiver zu entwickeln. Zumindest für die einen, für die anderen möglicherweise ein bisschen weniger….
In jedem Fall ist geplant, dass Langzeitarbeitslosen künftig mehr Rechte eingeräumt werden sollen. Dabei ist diesbezüglich von den Berechtigungen auf niveauvollere Tätigkeiten die Rede. Die so genannten "Ein-Euro-Jobs" sollen für Hartz-IV-Empfänger in Zukunft endlich der Vergangenheit angehören. Generell äußerte man sich unlängst auf Regierungsebene dahingehend, dass das ALG I nun doch länger gezahlt werden soll, als ursprünglich geplant. Klar – im Mai finden ja auch wieder Wahlen statt. Und da braucht man bekanntlich jede Stimme. Bleibt also abzuwarten, welche Versprechungen denn nun tatsächlich auch in die Tat umgesetzt werden.
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