— Archiv für Dezember 2009 —
— Montag, 7. Dezember 2009 —
Monatlich mit 347 Euro auskommen? Wie sollte denn so etwas möglich sein? Oh doch, es ist durchaus realisierbar. Schlimmer noch, es ist hierzulande gängiger Alltag für viele Menschen. Denn mehrere zigtausend Bürger in diesem unserem Lande können in der Tat ein Lied davon singen. Durch Arbeitslosigkeit oder besondere Schicksalsschläge in eine solch' prekäre Situation zu kommen und auf Hartz-IV-Niveau leben zu müssen, ist an sich schon schwer genug. Wie schwierig aber ein derartiges Leben oftmals tatsächlich ist, und welches persönliche Leid der einzelnen Betroffenen in der Regel damit verbunden ist, scheint den Volksvertretern und höheren Regierungsbeamten, die ja die entsprechenden (finanziellen) Richtlinien festlegen, die also die Hartz-IV-Regelsätze im Einzelnen bestimmen, offenbar vollkommen gleichgültig zu sein. Warum sollte man sich auch Gedanken darüber machen? Solange es ihnen gut geht, ist die Welt doch in Ordnung. So jedenfalls könnte man meinen….
Dass Regierungsbeamte Wert darauf legen, erst einmal "die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bekommen", sprich: dass sie in erster Linie ein besonderes Augenmerk auf ihre eigenen Einkünfte legen, ist ja bekannt. So wurde zum Beispiel erst vor kurzem in den Medien wieder einmal darüber berichtet, dass unter anderem die Diäten zahlreicher Abgeordneter zum wiederholten Male angehoben werden sollen. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von einer Summe von 282 Euro. Monat für Monat. Eine Frage, die sich diesbezüglich unwillkürlich stellt, ist, ob denn für dieses "Finanzplus" tatsächlich auch ein gewisser Anteil an "Mehr-Arbeit" seitens der "Begünstigten" geleistet wird? Wohl kaum. Also ein weiterer Schlag ins Gesicht eines jeden Hartz-IV-Leistungsempfängers. Denn käme man auf die Idee, einmal genauer nachzuhaken, wann denn das Einkommenslevel für ALG-II-Bezieher (endlich) aufgestockt wird, so müsste man wohl damit rechnen, ausgelacht zu werden….
Ob es sich hingegen "lohnt", über das jährliche Einkommen von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu diskutieren, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Für ihr Jahresgehalt in Höhe von 261.500 Euro leistet sie doch eigentlich eine ganze Menge. In jedem Fall ist ihr Verdienst im Vergleich zu dem von Fußballern, Managern oder Schauspielern ein "Witz". Von etwa 550.000 Euro und mehr pro Jahr ist bei Top-Managern hierzulande nicht selten die Rede. Um jedoch das Feuer nicht noch weiter zu "schüren", bleibt die Verdiensthöhe von Kicker-Stars und Leinwand-Promis hier einmal außen vor. Bei Beträgen, die die Millionengrenze überschreiten, kann insbesondere einem Hartz-IV-Empfänger schon mal "schwindelig" werden.
Ratlosigkeit, Frust und nicht zuletzt auch Mutlosigkeit machen sich breit. Dennoch: wie sollte es möglich sein, daran etwas zu ändern, dass die Einkommensschere hierzulande nicht noch weiter auseinanderklafft? Sind wir "Normalbürger" tatsächlich so machtlos?
— Freitag, 4. Dezember 2009 —
"Alle Jahre wieder…" – so auch jetzt steht sie wieder einmal bevor, die Zeit der "akuten Geldnot". Weihnachten, das Fest der Liebe und der Geschenke ist aus diesem Grund leider für sehr viele Menschen eine Zeit, die nach Möglichkeit ersatzlos aus dem Kalender gestrichen werden könnte. Eine wahrlich sehr harte Aussage, aber nichtsdestotrotz auch zutreffend. Denn es ist in der Tat kein "Zuckerschlecken" mit den ohnehin sehr niedrigen Hartz-IV-Bezügen auszukommen; erst recht nicht, wenn von den ohnehin sehr bescheidenen Mitteln auch noch Geschenke, Lebensmittel oder vielleicht sogar noch ein bisschen Weihnachtsdekoration gekauft werden müssen…. Alle reden von der "besinnlichen Vorweihnachtszeit", von den angeblich "schönsten Tagen des Jahres", von "trauter Idylle im Familienkreis, von "Friede, Freude, Eierkuchen". Schön wär's.
Wie Hartz-IV-Empfänger die Monate von Oktober bis Dezember oftmals empfinden, wenn sie beispielsweise nur vorbeigehen an all' den herrlich geschmückten Schaufenstern, aber dennoch die oft sündhaft teuren Waren nur von draußen bestaunen dürfen, können diejenigen, die vom Schicksal nicht so hart getroffen sind, wohl nur schwerlich nachvollziehen. Ein hartes Los, wenn die staatlichen Bezüge häufig genug vorne und hinten nicht ausreichen. Oft nicht einmal dazu, um das Nötigste zum Leben zu kaufen. Wie soll es da noch möglich sein, Geschenke für die Liebsten zu kaufen?
Ist es überhaupt realisierbar, von einem durchschnittlichen Monatseinkommen in Höhe von nurmehr 347 Euro zu leben? Wohl kaum. Da ist es natürlich nicht weiter verwunderlich, dass für viele arbeitslose Menschen die (Vor-)Weihnachtszeit zu einem echten Stapellauf wird. Gerade zu den Feiertagen besteht doch die Möglichkeit, liebe Verwandte zu besuchen, mit netten Freunden eine schöne, gemeinsame Zeit zu verbringen oder den Partner auf eine ganz besondere Weise zu überraschen. Aber all' diese nett gemeinten Vorhaben kosten Geld. Folglich sind Einfallsreichtum, Kreativität und eine Menge Phantasie gefragt…. Aber auch Sparsamkeit, ein hervorragendes Organisationstalent und viel, viel Disziplin.
Viele (Langzeit-)Arbeitslose versuchen oft das ganze Jahr hindurch, den einen oder anderen Euro beiseite zu legen, um so zumindest den Kindern oder dem Partner zum Fest ein (kleines) Geschenk überreichen zu können. Denke man in diesem Zusammenhang allerdings nur mal an die Kinder und Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien, wenn es nach den Winterferien wieder in die Schule geht: alle Freunde und Klassenkameraden haben gerade in der ersten Zeit nichts anderes im Sinn, als von all' den Geschenken zu berichten, die unter'm Weihnachtsbaum lagen. Nicht selten wird in solchen Momenten das eine oder andere Kind einfach nur still, traurig und bedrückt. Natürlich verstehen die meisten jungen Menschen die Situation, in der sie bzw. ihre Familien sich befinden. Aber dennoch wäre es schön, auch mal "mithalten" zu können und von tollen Weihnachtsgeschenken zu berichten.
Wie schön wäre es, wenn Weihnachten für alle ein Fest der Liebe und der Besinnlichkeit werden könnte – und das Glück nicht nur vom zur Verfügung stehenden Einkommen abhängig wäre…
— Mittwoch, 2. Dezember 2009 —
Ist es womöglich wieder eine Taktik der Arbeitsagenturen, mit denen die deutschen Bürger mit "geschönten" Zahlen "ins Bockshorn gejagt" werden sollen? Dieses Mal ist es offenbar doch ein wenig anders, denn in der Tat sieht alles danach aus, als ob sich die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt endlich ein wenig erholt hätte. Und das, obwohl üblicherweise gerade in der jetzigen, "düsteren" Jahreszeit mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu rechnen gewesen wäre.
So angespannt die allgemeine Wirtschaftslage auch noch immer sein mag, hierzulande konnte dennoch eine leichte Erholung am Arbeitsmarkt verzeichnet werden. Wie die neue Arbeitsministerin Ursula von der Leyen aktuell erklärte, seien im Monat November "lediglich" 3,215 Millionen Menschen ohne festen Job, was einer Quote von 7,6 Prozent entspricht. Anders ausgedrückt sind es etwa 13.000 Jobsuchende weniger, als noch im Monat Oktober.
Diese leichte Verbesserung sollte allerdings keineswegs als "Licht am Ende des Tunnels" bewertet werden, denn noch immer ist das "Tal der Tränen" nicht vollends durchschritten. Betrachtet man in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Zahlen aus November 2008, so wird direkt deutlich, dass der "schöne Schein" wohl doch eher trügerisch scheint. Sage und schreibe 227.000 arbeitsuchende Menschen mehr, als dies noch im Vorjahr der Fall war. Ist das nicht vielleicht doch ein Grund zur Besorgnis?
Nichtsdestotrotz kann man durchaus schon jetzt die Behauptung aufstellen, dass die möglicherweise bevorstehenden Entlassungen bzw. die derzeit noch sehr "undurchsichtigen", wirtschaftlichen Gegebenheiten bei Karstadt, Quelle, Opel & Co. nicht gerade Mut machen. Insbesondere im Hinblick auf die folgenden Arbeitslosenstatistiken müssen sich die Damen und Herren Sachbearbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit wieder einmal eine ganze Menge einfallen lassen, um die nächsten Zahlen so "attraktiv" wie möglich erscheinen zu lassen. Schließlich soll doch zu keiner Zeit der Eindruck entstehen, bei der Bundesagentur für Arbeit würde nicht auch gearbeitet…!
http://de.news.yahoo.com/2/20091201/tbs-arbeitslosenzahl-im-november-erneut-f41e315.html