Warum haben Hartz-IV-Empfänger ein solch’ schlechtes Ansehen?

Hartz-IV-Empfänger haben es in der Tat nicht sonderlich leicht. Weder in finanzieller Hinsicht, noch in bezug auf die Gegebenheiten innerhalb unserer Gesellschaft. Was tun gegen die zahlreichen Vorurteile anderer Menschen aus der so genannten "besseren Schicht"? Was tun gegen die schiefen Blicke, die Lästereien und die abfälligen Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand?

 

Nicht jedem Menschen, der auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen ist, fällt es leicht, all' die negativen Dinge, die in diesem Zusammenhang so oft auf ihn eintreffen (können), "einfach so" an sich abperlen zu lassen. Selbst, wenn manch' einer (aus der "arbeitenden Bevölkerung") denken mag, der Zigarettendunst und die Betäubung der Sinne durch den Genuss von Alkohol – eben das typische Klischee, welches mit Hartz-IV-Empfängern in Verbindung gebracht wird – würden diesbezüglich sicherlich genug "benebeln" und "unempfindlich" gegen äußere Einflüsse machen…. Zugegeben, es ist wahrlich sehr weit mit uns gekommen. Arroganz, Überheblichkeit und Besserwisserei geben vielerorts (leider) immer häufiger den Ton an.

 

Nicht selten aber ist es so, dass eben jene Personen, die eine solch' negative Ansicht ihren Mitmenschen gegenüber vertreten, über kurz oder lang möglicherweise selbst ein ähnliches Schicksal ereilt. Denn Fakt ist, dass niemand dagegen gefeit ist – aus welchen Gründen auch immer – durch den Verlust des Arbeitsplatzes irgendwann am "Ende der Gesellschaft" zu landen. Dieser Tatsache sollte man sich also stets bewusst sein. Ein wenig mehr Menschlichkeit und Anteilnahme an den Schicksalen anderer Menschen bringt schließlich weit mehr, als hocherhobenen Hauptes und mit gerümpfter Nase den Menschen zu begegnen, die es nicht so leicht haben.

 

Schicksalsschläge wie Krankheit, Fehlentscheidungen et cetera haben häufig genug gravierende Auswirkungen. Menschen mit gutbezahlten Jobs werden dadurch "aus heiterem Himmel" aus ihrem bisherigen Leben gerissen und müssen dann irgendwie versuchen, mithilfe staatlicher Unterstützung ihre individuelle Situation wieder in den Griff zu bekommen. All' das geht zumeist mit außerordentlich harten, seelischen Belastungen einher. Frustration, Mutlosigkeit oder Hilflosigkeit sind da nur einige der Aspekte, mit denen man in einer derartigen Lage zu kämpfen hat. Sensible Menschen haben es da noch schwerer und greifen – und das ist bedauerlicherweise eine Erscheinung, die immer häufiger beobachtet wird – vermehrt zum Alkohol. Wohl dem also, der (mental) stark genug ist, das persönliche "Abrutschen" auf die "andere Seite" der Gesellschaft zu verkraften.

 

Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich in ihrer "Rolle" als Hartz-IV-Nutznießer durchaus wohl fühlen, die sich am liebsten für den Rest ihres Lebens vom Staat bzw. vom Steuerzahler "aushalten"  lassen würden. Die sich oftmals vielleicht sogar über die Bemühungen ihrer "Leidensgenossen", einen Job zu finden, amüsieren, frei nach dem Motto: "Warum arbeiten, wenn man durch bloßes Nichtstun doch oft viel mehr in der Tasche hat?" Diese Individuen sind es, die stark zu dem "beschmutzten" Ansehen und den Vorurteilen gegenüber (allen) Hartz-IV-Empfängern beitragen.

 

Personalverantwortliche berücksichtigen Hartz-IV-Empfänger bei der Stellenvergabe in der Regel erst gar nicht. Eben weil es da diese Vorurteile gibt. Aber genau an dieser Stelle sollten (Langzeit-)Arbeitslose die Initiative ergreifen und engagiert die "Münchhausen-Methode" anwenden. Gemeint ist damit, dass sie sich am "eigenen Schopfe" aus dem "Sumpf" herauszuziehen versuchen und aktiv werden. Selbst wenn ihnen noch so viele Steine in den Weg gelegt werden. "Mitdenkende" Personalchefs tun gut daran, sich die Tatsache vor Augen zu halten, dass sich die meisten Hartz-IV-Empfänger durch ein hohes Maß an Engagement, Einsatzfreude, Motivation und Fleiß auszeichnen. Darüber hinaus ist eine Vielzahl der Menschen, die ALG II beziehen, oft voller Power und überaus durchsetzungsstark – gerade weil sie sich in ihrer Vergangenheit so häufig "durchbeißen" mussten.


All' jene Arbeitssuchende, die resigniert haben und ob ihrer individuellen Situation frustriert sind, verdienen es, "an die Hand genommen" zu werden. Mit Überheblichkeit, Vorurteilen et cetera, so wie es in unserer Gesellschaft mittlerweile gang und gäbe zu sein scheint, macht man es ihnen nur noch schwerer. Verdient nicht jeder eine zweite Chance?!

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das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend (2 Stimme(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)

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