— Archiv für November 2009 —

— Mittwoch, 18. November 2009 —

Warum haben Hartz-IV-Empfänger ein solch’ schlechtes Ansehen? [ Keine Kommentare ]

Hartz-IV-Empfänger haben es in der Tat nicht sonderlich leicht. Weder in finanzieller Hinsicht, noch in bezug auf die Gegebenheiten innerhalb unserer Gesellschaft. Was tun gegen die zahlreichen Vorurteile anderer Menschen aus der so genannten "besseren Schicht"? Was tun gegen die schiefen Blicke, die Lästereien und die abfälligen Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand?

 

Nicht jedem Menschen, der auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen ist, fällt es leicht, all' die negativen Dinge, die in diesem Zusammenhang so oft auf ihn eintreffen (können), "einfach so" an sich abperlen zu lassen. Selbst, wenn manch' einer (aus der "arbeitenden Bevölkerung") denken mag, der Zigarettendunst und die Betäubung der Sinne durch den Genuss von Alkohol – eben das typische Klischee, welches mit Hartz-IV-Empfängern in Verbindung gebracht wird – würden diesbezüglich sicherlich genug "benebeln" und "unempfindlich" gegen äußere Einflüsse machen…. Zugegeben, es ist wahrlich sehr weit mit uns gekommen. Arroganz, Überheblichkeit und Besserwisserei geben vielerorts (leider) immer häufiger den Ton an.

 

Nicht selten aber ist es so, dass eben jene Personen, die eine solch' negative Ansicht ihren Mitmenschen gegenüber vertreten, über kurz oder lang möglicherweise selbst ein ähnliches Schicksal ereilt. Denn Fakt ist, dass niemand dagegen gefeit ist – aus welchen Gründen auch immer – durch den Verlust des Arbeitsplatzes irgendwann am "Ende der Gesellschaft" zu landen. Dieser Tatsache sollte man sich also stets bewusst sein. Ein wenig mehr Menschlichkeit und Anteilnahme an den Schicksalen anderer Menschen bringt schließlich weit mehr, als hocherhobenen Hauptes und mit gerümpfter Nase den Menschen zu begegnen, die es nicht so leicht haben.

 

Schicksalsschläge wie Krankheit, Fehlentscheidungen et cetera haben häufig genug gravierende Auswirkungen. Menschen mit gutbezahlten Jobs werden dadurch "aus heiterem Himmel" aus ihrem bisherigen Leben gerissen und müssen dann irgendwie versuchen, mithilfe staatlicher Unterstützung ihre individuelle Situation wieder in den Griff zu bekommen. All' das geht zumeist mit außerordentlich harten, seelischen Belastungen einher. Frustration, Mutlosigkeit oder Hilflosigkeit sind da nur einige der Aspekte, mit denen man in einer derartigen Lage zu kämpfen hat. Sensible Menschen haben es da noch schwerer und greifen – und das ist bedauerlicherweise eine Erscheinung, die immer häufiger beobachtet wird – vermehrt zum Alkohol. Wohl dem also, der (mental) stark genug ist, das persönliche "Abrutschen" auf die "andere Seite" der Gesellschaft zu verkraften.

 

Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich in ihrer "Rolle" als Hartz-IV-Nutznießer durchaus wohl fühlen, die sich am liebsten für den Rest ihres Lebens vom Staat bzw. vom Steuerzahler "aushalten"  lassen würden. Die sich oftmals vielleicht sogar über die Bemühungen ihrer "Leidensgenossen", einen Job zu finden, amüsieren, frei nach dem Motto: "Warum arbeiten, wenn man durch bloßes Nichtstun doch oft viel mehr in der Tasche hat?" Diese Individuen sind es, die stark zu dem "beschmutzten" Ansehen und den Vorurteilen gegenüber (allen) Hartz-IV-Empfängern beitragen.

 

Personalverantwortliche berücksichtigen Hartz-IV-Empfänger bei der Stellenvergabe in der Regel erst gar nicht. Eben weil es da diese Vorurteile gibt. Aber genau an dieser Stelle sollten (Langzeit-)Arbeitslose die Initiative ergreifen und engagiert die "Münchhausen-Methode" anwenden. Gemeint ist damit, dass sie sich am "eigenen Schopfe" aus dem "Sumpf" herauszuziehen versuchen und aktiv werden. Selbst wenn ihnen noch so viele Steine in den Weg gelegt werden. "Mitdenkende" Personalchefs tun gut daran, sich die Tatsache vor Augen zu halten, dass sich die meisten Hartz-IV-Empfänger durch ein hohes Maß an Engagement, Einsatzfreude, Motivation und Fleiß auszeichnen. Darüber hinaus ist eine Vielzahl der Menschen, die ALG II beziehen, oft voller Power und überaus durchsetzungsstark – gerade weil sie sich in ihrer Vergangenheit so häufig "durchbeißen" mussten.


All' jene Arbeitssuchende, die resigniert haben und ob ihrer individuellen Situation frustriert sind, verdienen es, "an die Hand genommen" zu werden. Mit Überheblichkeit, Vorurteilen et cetera, so wie es in unserer Gesellschaft mittlerweile gang und gäbe zu sein scheint, macht man es ihnen nur noch schwerer. Verdient nicht jeder eine zweite Chance?!

— Dienstag, 17. November 2009 —

Urteil zu Hartz IV: Grundsicherung darf nicht gestrichen werden [ Keine Kommentare ]

Das Portal anwalt.de macht auf ein neues und rechtskräftiges Urteil vom Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen aufmerksam: Einem Hartz IV Empfänger darf trotz Sanktionen die Grundsicherung nicht entzogen werden. Das Urteil ist unter dem Aktenzeichen L 7 B 211/09 nachzulesen. Das Grundgesetz besage, eine Grundsicherung muss im Sozialstaat gegeben sein, heißt es von den Richtern.

Konkret ging es in dem verhandelten Fall um einen Leistungsempfänger, der drei Monate lang als Sanktion auf Arbeitslosengeld II verzichten sollte – angeordnet von der zuständigen ARGE. Mithilfe des beantragten Eilschutzrechts konnte der Leistungsempfänger schnell reagieren, was auch nötig war, denn er hat ein Baby zu versorgen. Und sich selbst natürlich. Die ARGE hätte nicht das Recht zur kompletten Streichung, sondern hätte entscheiden müssen, ob Sachleistungen oder geldwerte Leistungen als Alternative in Betracht kämen. Auch bei Sanktionen habe man die Grundsicherung eines ALG II Empfängers zu berücksichtigen, argumentierten die Richter.

Das Urteil: Ein Fortschritt?
Positiv, dass dem Kläger seine Leistungen zugesprochen wurden – ärgerlich, dass die genauen Hintergründe, weshalb sanktioniert wurde, nicht zu entnehmen sind. Aber – ist dieses Urteil nun ein Fortschritt? Die Richter sprachen wohl von Lebensmittelgutscheinen und weiteren Sachleistungen, die man dem Kläger zusprechen könnte. Verstößt das aber nicht wieder gegen Artikel 1 im Grundgesetzt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“? Wie würdevoll kann sich ein Mensch, ein lebendiges Wesen, fühlen, wenn er mit Lebensmittelgutscheinen an der Kasse zu stehen hat? Wie wird er behandelt? Von seiner Umwelt wahrgenommen? Das Urteil ist ein Tropfen auf dem heißen Stein – nicht mehr. Aber: Immerhin …

Motivierend oder doch eher frustrierend? Kontakte vs. Hartz IV [ Keine Kommentare ]

Harte Zeiten für Arbeitssuchende. Eine Verbesserung der gesamten Situation im Hinblick auf die allgemeinen wirtschaftlichen Gegebenheiten ist noch immer nicht in Sicht – selbst wenn die Herren Politiker in diesem Zusammenhang wieder einmal anderer Meinung sein mögen. So gestaltet sich die Suche nach einem Arbeitsplatz fürwahr nicht immer ganz leicht. Erst recht dann nicht, wenn man "auf eigene Faust" auf Jobsuche geht…. Was allerdings, Expertenmeinungen zufolge, bei der Suche nach einem passenden Job durchaus hilfreich sein kann, sind gute Kontakte. "Networking" heißt in diesem Zusammenhang das "Zauberwort". Ein Begriff, der über den "großen Teich" zu uns "herüber geschwappt" ist und der in der Tat gewisse Vorteile mit sich bringen kann.

 

Schließlich kann es bestimmt nicht schaden, jemanden zu kennen, der jemanden kennt, dessen "Schwippschwager" einen Bekannten hat, dessen Freund wiederum einen hohen Posten innehat, und der aufgrund dessen unter Umständen ein "gutes Wort" bei seinem Chef einlegen kann….

 

Zahlreiche Unternehmensberater und andere Fachleute vertreten in der Regel die Ansicht, dass es sich oftmals sehr positiv auswirken kann, ein gut "funktionierendes" Netzwerk im Rücken zu haben. Vor allem dann, wenn die eigenen Qualifikationen in bezug auf den jeweils angestrebten Arbeitsplatz vergleichbar sind mit denen der Mitbewerber. andere sind im Gegensatz dazu allerdings der Auffassung, dass das so genannte "Vitamin B6" häufig genug auch "missbraucht" wird. So wird es nicht selten als eine echte "Ungerechtigkeit" empfunden, wenn bestimmte erforderliche Qualifikationen bei der "Konkurrenz" nicht in einem ausreichenden Maße vorhanden sind, diese Mitbewerber(innen) letztlich aber dennoch die begehrten Posten erhalten.

 

Von "Vetternwirtschaft" & Co. ist in diesen Fällen gegebenenfalls sogar die Rede. Gerade in der weiblichen (Bewerber-)Welt ist das eine nicht ganz "unübliche" Vorgehensweise. Denn hier spielen ab und an eher auch mal allein die "optischen Reize" eine Rolle, Qualifikationen werden dabei eher als zweitrangig betrachtet. "Hochschlafen" nennen das die Skeptiker, eine willkommene Chance, dem Hartz-IV-Leben zu entfliehen, nennen es die anderen.

 

Aber so sieht es halt aus in der hart umkämpften, weiten Welt des "Big Business". Nicht selten ziehen es deshalb auch viele, viele Menschen vor, kurzerhand weiterhin auf die "staatlichen" Einkünfte zu vertrauen, die Beine hochzulegen und das Leben als "Privatier" zu genießen.

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  • Dona: Was im Fernsehr kommt besonders solche Sendungen ist eh nur alles gestellt und nicht einmal 2% sind ...
  • Adolarfg01: Karlchen viel bekommst du nicht mehr mit oder? die auf den amt sind selber schuld, wie man in den wa...
  • stephan letsch: es ist hanebüchen was sich die mitarbeiter dieses amtes herausnehmen. ich halte so und so mindesten...
  • Angela: Auch ich habe seit dem Hartz4-Bezug noch kein einziges Arbeitsangebot bekommen vom Jobcenter Lippe/D...