Sozialer Tigerentenclub trifft sich bei Anne Will
Es ging im Late Night Talk mit Anne Will am gestrigen Sonntag eher um die Frage nach Steuersenkungen, denen sich der neue Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aussetzte. Aber irgendwann wurde doch noch die soziale Ader auf den Tisch gepackt und Anne Will sprach an, wie Westerwelle (FDP) sich in seiner Euphorie kaum zu bremsen vermag, dass die Erhöhung des Schonvermögens auf 750 Euro pro Lebensjahr hochgesetzt wurde. Für Hartz IV Empfänger eine Nachricht, die von ihnen zur Kenntnis genommen wurde, aber der große Jubel blieb aus. Klar. Trifft die wenigsten der ALG II Empfänger. Es tangiert kaum jemanden! Aber Westerwelle kann immerhin behaupten, er habe etwas für die Armen der Bundesrepublik getan.
Realistische Menschen schätzen das anders ein
Unter den Gästen von Anne Will befand sich auch Marion von zur Gathen, eine Vertreterin des Paritätischen Gesamtverbands. Während sich der Verband in einer Pressemitteilung noch vorsichtiger äußerte, sprach von zur Gathen gestern klarere Worte: „Etwa zwei bis drei Prozent der Anträge auf Hartz IV werden abgelehnt. Das dürfte auch die Größenordnung derer sein, die von der Anhebung des Schonvermögens profitieren.“ Der Plan, das Schonvermögen hochzusetzen, stand schon einmal. Unter Rot-Grün sollte es auch auf 750 Euro angehoben werden, allerdings ist die Entscheidung unter anderem durch Stimmen aus Hessen und Baden-Württemberg nicht zustande gekommen, wo die FDP fleißig mitgemischt hat. Darauf verweist Jürgen Trittin (Die Grüne) spitzfindig, als der Jungliberale Vogel meint, es sei nur gerecht, wenn Menschen, die Geld angespart haben, diese Ersparnisse nicht in Hartz IV verlieren.





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