— Archiv für Oktober 2009 —
— Donnerstag, 29. Oktober 2009 —
So oder so ähnlich könnte man die geplante Vorgehensweise der niederländischen Regierung auffassen. Denn wenn es um die gesetzlichen Regelungen in bezug auf die Zahlung von Arbeitslosengeldleistungen in unserem Nachbarland geht, sind Job Cohen & Co. offensichtlich gar nicht (mehr) so “zimperlich”. Ganz im Gegenteil – es soll in Zukunft wohl doch härter durchgegriffen werden.
Warum auch nicht? Fakt ist, dass der amtierende Bürgermeister von Amsterdam allen Ernstes beabsichtigt, Frauen, die darauf bestehen, eine so genannte Burka zu tragen und aufgrund dessen nur schwerlich eine Chance hätten, einen Arbeitsplatz zu finden, das Recht auf den Bezug von Arbeitslosenhilfe zu entziehen.
Aber nicht nur innerhalb der eigenen Partei findet Job Cohen in diesem Zusammenhang breite Unterstützung, sondern auch die Opposition befürwortet diesen Vorschlag offenbar. Darüber hinaus erklärt sich – Umfragen zufolge – sogar eine Vielzahl der niederländischen Bürger mit der geplanten Vorgehensweise durchaus einverstanden.
Kein Staat habe schließlich etwas zu verschenken, erst recht dann nicht, wenn der Eindruck vermittelt wird, dass sich der einzelne Bürger gar nicht erst die Mühe mache, einen Job zu finden. Verschleiert auf Arbeitssuche zu gehen zeige in der Tat nicht gerade die Absicht bzw. den Willen, die Arbeitslosigkeit zu beenden und weiterhin “auf Staatskosten” zu leben.
Vielleicht ist es also nurmehr eine Frage der Zeit, wann in den Niederlanden die Neuregelung in Kraft gesetzt wird. Und wer weiß, ob und wann die Idee auch in der deutschen Bundesregierung Anklang findet…?!
"Brandheiß" – oder sollte es nicht doch eher heißen: "EISKALT"?
Wie auch immer: soeben gab die Bundesagentur für Arbeit ihre neuesten Arbeitslosenstatistiken für den Monat Oktober 2009 bekannt. Gemäß entsprechender Berechnungen sind derzeit mehr als 3,3 Millionen Menschen ohne Job. Eine echte Verbesserung zum Vormonat, zumal es ja im Herbst ohnehin standardmäßig "grau und dunkel" am allgemeinen Arbeitsmarkt aussieht – wobei natürlich in diesem Zusammenhang keineswegs von den Witterungsverhältnissen die Rede ist.
Es gibt auf der einen Seite Experten, die sprechen dennoch von einem alljährlichen, "saisonüblichen Herbstaufschwung", der sich nach der üblichen Belebung am Arbeitsmarkt nach den Sommerferien automatisch ergebe. Andererseits melden sich dahingegen auch die Fachleute und Menschen zu Wort, die "1 und 1" addieren können, und die der Meinung sind, die Zahlen würden lediglich "geschönt". Denn Leistungsempfänger, die in der Obhut privater Jobvermittler sind, werden beispielsweise ebenso aus der Statistik ausgetragen, wie 400-Euro-Jobber oder diejenigen, die als so genannte "Kurzfristig Beschäftigte" registriert sind (sprich: Menschen, die für einen Zeitraum von drei Monaten, also in der Zeit von Juli bis September einer bestimmten, entgeltlichen Tätigkeit nachgehen).
Wie auch immer: nimmt man die aktuellen Werte, so wie sie heute offiziell bekanntgegeben wurden und vergleicht diese mit den Zahlen aus demselben Zeitraum des vergangenen Jahres, so fällt auf, dass wohl doch nicht alles im "grünen Bereich" ist. Denn in 2009 sind de facto 300.000 Menschen mehr von staatlichen Leistungen abhängig (sowohl von ALG I, als auch ALG II), als dies noch vor zwölf Monaten der Fall war.
Bleibt im Übrigen noch zu erwähnen, dass sich auch der Bundesdatenschutz-Beauftragte Peter Schaar zu Wort gemeldet hat. Seinen Untersuchungen zufolge haben "schwarze Schafe" und alle, die es werden wollen, beim Online-Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit zahlreiche Möglichkeiten unterschiedlichster Art, unrechtmäßig an Bewerberdaten et cetera zu gelangen oder auf andere Weise einer gewissen "kriminellen Ader" freien Lauf zu lassen. Es genügt seiner Ansicht nach bereits, Firmennamen, Branchen, Unternehmenskontaktdaten sowie die Namen der jeweiligen Ansprechpartner zu nennen – und schon stünden alle Türen weit offen…!
http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/telegramm,iurl=http:_2F_2Fweb.bild.de_2Fcont_2Fschlaglichter_2F2458406.html.html
http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/rueckgang-um-100000-arbeitsminister-verkuendet-die-arbeitslosenzahlen-1511052.html
— Mittwoch, 28. Oktober 2009 —
Nach Ansicht vieler Hartz-IV-Betroffener hat Willkür einen neuen Namen: “Hartz-IV-Sanktionen”. Sicherlich: dass es unter den Leistungsbeziehern von ALG II ganz sicher auch eine beachtliche Vielzahl schwarzer Schafe gibt, ist schlicht und einfach Fakt. Leider. Die Schmarotzer, die durch ihre betrügerischen oder auch einfach nur bequemen Verhaltensweisen den tatsächlich Bedürftigen (sprich: den Langzeitarbeitslosen, die grundsätzlich arbeiten wollen) das Leben nur noch schwerer machen, sind – das kann man mit Fug und Recht behaupten – Schuld an dem ganzen Dilemma.
Dass sich die Agenturen für Arbeit, die JobCenter et cetera dieser Tatsache natürlich sehr wohl bewusst sind, ist gut. Und dass sie mit gewissen Druckmitteln versuchen, dieser prekären Angelegenheit Herr zu werden, noch besser.
Nicht ganz so glanzvoll ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass im Rahmen der möglichen Sanktionierungen auch diejenigen in Mitleidenschaft gezogen werden, die zwar mal – aus welchen Gründen auch immer – gegen die eine oder andere Richtlinie der Bundesagenturen verstoßen, dies jedoch nicht mit einer etwaigen, böswilligen Absicht getan haben. Unpünktlichkeit oder Vergesslichkeit gehören bekanntlich nicht zu den rühmlichsten Eigenschaften eines Menschen, aber einmal dürften sie doch wohl jedem einmal zugestanden werden. Sonst wird Toleranz doch auch – zumindest nach außen hin – großgeschrieben….
Wie dem auch sei: seit August 2009 haben interessierte Personen die Möglichkeit, aktiv bei einer Online-Petition mitzumachen, welche der Abschaffung bestimmter Sanktionen dienlich sein soll. Hier ist der entsprechende Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=6785
Aber Achtung: der allerletzte Stichtag dieser Petition ist schon heute, der 28. Oktober 2009! All’ jene, die sich noch gegen die zum Teil sehr harten und oftmals sogar ungerechtfertigten Einschränkungen wehren wollen, sollten jetzt noch die Möglichkeit dazu nutzen!
Pages:
«
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
»