Zweiklassengesellschaft macht auch vor Hartz IV kein halt

Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, sprach sich dafür aus, im Hinblick auf die zu erwartenden Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt, einen Teil der Harz IV Empfänger finanziell zu bevorzugen.

Wer länger gearbeitet hatten, soll mehr Geld bekommen

Das Vorstandsmitglied befürwortete bereits langjährig gelegte Wünsche anderer Politiker und auch die der Arbeitslosen und der Bevölkerung, und diejenigen Arbeitslosen finanziell besser zustellen, welche bereits jahrelang durch ihre Arbeit in das soziale System eingezahlt haben und nun arbeitslos geworden sind. Diejenige, die bereits jahrelang nichts tun, sich nur auf die sozialen Gelder verlassen und quasi ihr Leben lang arbeitslos waren, sollten mit einem geringeren Satz oder Grundbetrag auskommen. Frei nach dem Motto, der viel getan hat, hat auch einen höheren Anspruch.

Ich frage mich, warum das in der Bundesrepublik nicht auch im Sozialsystem gilt, in der Wirtschaft hat es ja auch bestand. Aber in Deutschland kann sich ja jeder auf der sozialen Hängematte ausruhen und ähnlich wie der faulste Arbeitslose Deutschlands andere für sich arbeiten lassen.

Ist das gerecht?

Kritische Stimmen schreien nun wieder nach dem Gerechtigkeitssinn demgegenüber, die in ihrem Leben nicht das Glück hatten arbeiten zu dürfen. Aber in dort einer Weise muss auch denen gerecht werden, die jahrelang gearbeitet und eben keine Transferleistungen bezogen haben. Es wäre dieser arbeitenden Bevölkerung gegenüber ungerecht, wenn z.B. der gerade arbeitslos gewordene 58-jährige, der in seinem Leben noch nie arbeitslos war, bisher immer ohne Pause gearbeitet und in die Sozialversicherung eingezahlt hat, genauso lange Arbeitslosengeld bekommen würde, wie ein jugendlicher, der unmittelbaren nach der Ausbildung arbeitslos wird, weil sein Ausbilder ihn nicht übernommen hat. Der junge Mensch hat es mit Sicherheit auch schwer, jedoch hat er bisher im Vergleich zum fast Rentner sehr wenig zum das Sozialsystem beigetragen. Aus dieser warte heraus kann es nur gerecht sein, wenn ein Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen gemacht wird.

Wirtschaftsforscher Karl Brenke ist jedoch der Meinung, dass durch dieses Zweiklassensystem die Hartz-Reform zurückgedreht wird. Und wenn schon, wer sagt denn, dass diese Reformen gerecht oder ein vernünftiges und bis ins letzte Detail ausgeklügeltes System war?

Gibst du mir, so gebe ich dir

Also Deutschland, mach was und unterscheide endlich zwischen denen, die jahrelang gearbeitet und geleistet haben und denen, die sich ausruhen und finanzieren lassen wollen. In anderen Ländern ist es ebenso, wer nichts auf Dauer für den Staat tut, der kann auch vom Staat auf Dauer keine Hilfe erwarten. Das ist in der Wirtschaft eben so. Es würde kein Unternehmer auf Dauer für jemanden oder etwas bezahlen, wo er nicht eine adäquate Gegenleistung erwarteten kann.

angelehnt an: Zwei Klassen bei Harz IV, TLZ, 13.7.09 S. 1

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1 5 5 das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend

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