Sind Hartz IV – Empfänger eigentlich Schwerverbrecher?

Da gibt es Menschen, die zeigen andere Menschen einfach einmal so an. Sie tun das nicht, weil sie gerade sehen, dass diese anderen Menschen eine Straftat verüben. Sie tun das, weil sie glauben, dieser Mensch könnte irgendwie etwas getan haben oder tun, was nicht rechtens ist und das glauben sie ohne konkreten Anhaltspunkt. Einfach nur, weil diese Leute beispielsweise Hartz IV – Empfänger sind und sich aus ihrer Sicht einen faulen Lenz machen. Gegen solche Ansichten und solch ein Verhalten kann man zwar vorgehen, aber solche Leute wird es wohl immer wieder geben. Das noch weitaus größere Problem ergibt sich allerdings für mich, wenn Behörden anfangen zu bespitzeln. Mitunter werden dann irgendwelche Protokolle mit Inhalten erstellt, die mit der Sachlage rund um Hartz IV gar nichts zu tun haben.

Der gläserne Hartz IV – Empfänger?

Ein Beispiel gefällig? Am 16. April 2008 betitelte das T-Online Wirtschaftsportal einen Artikel mit der Überschrift „Arbeitsagentur bespitzelt Arbeitslose“. Darin wird über Protokolle von Außendienstmitarbeitern der ARGE berichtet. In denen hielten die Mitarbeiter beispielsweise fest, dass der Besuchte weder verschwitzt noch abgehetzt wirkte. Oder es wurde berichtet, dass der Hartz IV-Empfänger Weihnachtskugeln im Schrank habe. Interessant! Wer Weihnachtskugeln im Schrank hat, betrügt den Staat! Oder wie? Oder was? Was ist daran wichtig, dass jemand Weihnachtskugeln im Schrank hat? Da kommt man sich als Hartz IV- Empfänger dann tatsächlich irgendwie wie ein Schwerverbrecher vor. Wenn Zweifel daran bestehen, dass man berechtigterweise Leistungen vom Staat bezieht, dann dürfen sie kommen, die Außendienstmitarbeiter der ARGE. Aber ich frage mich, wie fundiert diese Zweifel sein müssen. Reicht es, wenn Frau X einmal wieder bei der ARGE anruft, weil ihre Nachbarn, die Familie Y, Hartz IV beziehen und die alle wie Betrüger aussehen (aus Sicht von Frau X)? Reicht das bereits aus, damit so ein Außendienstmitarbeiter kommt und einem die schmutzige Wäsche durchwühlt? Einem in die Schränke schaut? Hartz IV = „null Privatsphäre“, selbst bei kleinstem Verdacht auf Leistungsmissbrauch? In Oldenburg standen jüngst (April 2009) 50 Arbeitslose vor der Tür eines Außendienstmitarbeiters der ARGE, der gerade in Rente gegangen war. Sie wollten sich einmal für die netten Besuche revanchieren. Das hat die Junge Welt berichtet! Die Sache mit dem Besuch empfand ich irgendwie als gut!

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— Kommentare —

  1. Werniman sagt:

    Wer schonmal so einen Besuch des Außendienstes gehabt hat, wird sein blaues Wunder erlebt haben und diesen Fehler garantiert kein zweites Mal begehen. Insbesondere deswegen, weil die Außendienstler -meist unter einem Vorwand- nach Indizien für eine Partnerschaft suchen, dafür wird notfalls auch frech gelogen oder Tatsachen verdreht. Mir wurde eine Partnerschaft nachgesagt, nur weil ich ein Doppelbett besitze (gehört zur gemieteten Wohnungsausstattung), obwohl für die 2.Seite weder Kopfkissen noch Decke existieren und folglich natürlich auch nicht drauflagen. Dererlei Beispiele gibts viele.

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