— Archiv für Mai 2009 —
— Donnerstag, 21. Mai 2009 —
Die ARGE macht Hartz IV Empfängern das Leben schwer, mit legalen und auch mit illegalen Mitteln. Die ARGE darf viel, aber sie darf nicht alles. Wer den schweren Gang zur ARGE antreten muss, sollte das nie allein tun. Besser ist es, eine Freundin oder gute Bekannte mitzunehmen. So hat man in jedem Fall einen Zeugen.
Einen solchen kann man mitunter auch dringend gebrauchen, beispielsweise wenn man einen Brief oder einen Antrag abgeben will. Meist wird, aus welchen Gründen auch immer, eine Empfangsbestätigung verweigert. Leider geht auf der ARGE sehr viel verloren, deshalb ist es ratsam, sich das Datum, die Uhrzeit, die Zimmernummer und den Namen des Sachbearbeiters vor Zeugen zu notieren, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.
Auch wenn die Polizei kommt, was öfter der Fall ist, ist es ratsam Zeugen dazu haben. Bei Polizeieinsätzen sollte man ruhig bleiben und verlangen, dass die Daten des Sachbearbeiters aufgenommen werden, da man seinerseits Anzeige erstatten will, zum Beispiel wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist immer dann der Fall, wenn die ARGE das Bargeld verweigert, was passiert ständig.
Die ARGE verliert wie gesagt gerne mal etwas, Bewilligungsbescheide beispielsweise. Wenn dann Not am Mann ist und man dringend Bargeld braucht, stellt sich die ARGE gerne taub. Der Verweis auf den Bargeldautomaten ist sinnlos, denn der ist (fast) immer defekt oder leer. Dann kommt die ARGE mit Gutscheinen. Die sind aber sinnlos, da man zum Beispiel in Apotheken damit nicht einkaufen kann, zudem ist es entmündigend und diskriminierend. Die ARGE muss Bargeld auszahlen.
Wird man krank, dann wird die ARGE versuchen, das Arztgeheimnis zu knacken. Denn je mehr Daten die ARGE hat, umso erpressbarer und manipulierbarer werden Hartz IV Empfänger. Um an vertrauliche Krankenakten zu kommen, muss die ARGE allerdings sehr gute Gründe haben, die nachvollziehbar sind. Im Zweifelsfall sollte man immer einen Anwalt einschalten.
Man stelle sich ein Geburtstagfest vor: Jemand würde kommen und dem Geburtstagskind ein schönes Geschenk machen. Hinterher stellt ich dann heraus, dass das Geschenk vielleicht gar nicht so schön ist und man bekommt nach dem Fest eventuell sogar noch eine Rechnung präsentiert: Und auf dieser Rechnung ständen dann neben dem Preis für das Geschenk noch diverse andere Kosten drauf, die man zu zahlen hätte. Das wäre ganz schön schlecht irgendwie.
Eine gemeine Verführung?
Wenn man sich einmal die Abwrackprämie anschaut, dann kann man sich schon irgendwie wie ein Geburtstagskind fühlen. Da geht der Staat hin und schenkt einem mal eben Geld, wenn man sein altes Auto abwrackt und sich ein neues kauft. Toll! Das empfinden einige gar als so toll, dass sie sich ein neues Auto leisten, obwohl sie es vielleicht gar nicht können. Und dann kommen die ersten Raten fürs Auto und plötzlich merkt man: Das Geschenk war vielleicht doch nur eine saure Gurke? Das Wirtschaftsmagazin PlusMinus hat einen netten Beitrag dazu veröffentlicht und unter anderem darauf hingewiesen, dass manch einer Autos verschrotten lässt, deren Wert die 2.500€ Prämie deutlich übersteigt. Scheinbare Geschenke können Menschen also auch dazu verführen, ganz schön viel Blödsinn anzustellen. Und irgendwie ist das Geschenk „Abwrackprämie“ ja auch gar keins, oder?
Die Kosten trägt der Steuerzahler
Eine andere, ebenso nette Veröffentlichung kam vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die Abwrackprämie soll ja die Wirtschaft ankurbeln und Leute dazu bringen, sich einen Neuwagen zu leisten (auch, wenn die das vielleicht gar nicht können?). Nun scheint es aber so zu sein, dass der wesentliche Entscheidungsgrund für Autokäufe in den letzten Monaten eventuell nur in etwa 25 Prozent aller Fälle bei der Abwrackprämie gelegen hat. Das bedeutet: Drei von vier Autokäufern hätten sich sowieso einen Neuwagen gekauft, auch ohne Abwrackprämie. Und das wiederum bedeutet: Die Abwrackprämie hätte nur in einem von vier Fällen tatsächlich ihre Funktion als Anreiz erfüllt. Gezahlt wird sie dennoch in vier von vier Fällen. Eine staatliche Ausgabe von 10.000€ für vier Abwrackprämien ergäbe also 7.500€ sinnloser Ausgabe bei 2.500€ möglicherweise sinnvoller Ausgabe. Zahlen müssen die Steuerzahler. Also alle! Vielleicht sollte man bei der ganzen Sache auch noch berücksichtigen, dass sich die Nutznießer der Abwrackprämie vielleicht für einen Neuwagen entscheiden, aber damit gegen einen Gebrauchtwagen, gegen neue Möbel oder den Urlaub? Dann hat man da plötzlich eine Prämie, die zwar die Autoindustrie begünstigt, aber die Möbel- und Tourismusindustrie und die Gebrauchtwagenhändler eher schädigt. Volkswirtschaftlich könnte das möglicherweise suboptimal sein, um es vorsichtig auszudrücken. Das eine Gewerbe lacht, viele andere weinen!
— Donnerstag, 14. Mai 2009 —
Wie gestern im Fernsehen bei Günther Jauch (Stern TV, RTL) zu sehen war, sind auch prominente von der Pleite nicht ausgenommen. Katy Karrenbauer hat sich öffentlich zu ihrer Krise und Geldnot bekannt, ja sie hat sogar einen Antrag auf Hartz IV bei ihrem zuständigen Fall Manager gestellt. Wie sie selber sagte, hat sie nun gemerkt, wie es ist, wenn man in dieser Schlange mit den Menschen steht, die um das bisschen Geld sozusagen betteln müssen. Aber sie hat ja nun selbst auch nichts mehr, noch schlimmer, sie hat derzeit circa 400.000 € Schulden, welche aus einer Investitionen aus besseren Zeiten resultiert.
Wer ist Katy Karrenbauer?
Habe ich mich auch gefragt, denn aber dann recht schnell zu der ehemaligen erfolgreichen Frauknastserie von RTL gekommen. Dort hat sie Walter für meine Begriffe sehr gut gespielt. Ich habe es gern gesehen und sie hat wohl auch damit sehr viel Geld verdienen, wie sie gestern sagte, bei 400 Folgen muss wohl mehr als eine Million ausgekommen sein, was sie ja als Altersvorsorge hätte nutzen können. Doch sie ist wohl einem Projekt in Hamburg auf den Leim gegangen, wo man mit ihrem Geld eine Traglufthalle im Hafen bauen wollte. Die Halle stand bereits, das Geld floss von ihrer Tasche in die Halle und plötzlich kam ein Sturm und macht alles zunichte. Die Versicherung zahlte sehr spät, so dass sie in Vorkasse treten musste, da Sie sicher auch etliche Bürgschaften geleistet hatte. Somit haftete sie zunächst voll und ihre Alters vor Vorsorge war dahin. Nun hat sie gar nichts mehr, konnte vom letzten Geld gerade noch die fällige Miete zahlen und ist nun auch mit ihrem Girokonto aufgrund eines Dispokredits in den Miesen.
Trotzdem Respekt, sich öffentlich zu stellen und so zu seinem Problem zu stehen. Sicher hätte sie einfach mal auf andere, seriöse Berater und Menschen in ihrer Umwelt hören sollen und die $-Zeichen aus den Augen nehmen. Aber so ist es im Leben, hinterher ist man schlauer als vorher.
Frauenknast nochmal ansehen?
Wer nun immer noch nicht weiß, was ich meine oder die guten alten Zeiten von Walter sich zurück wünscht, der kann ja gern mal eine DVD mit den alten Folgen bestellen und sich wieder Hinter Gittern
zurück versetzen.