— Archiv für Mai 2009 —

— Donnerstag, 14. Mai 2009 —

Auch Promies sind pleite und verschuldet, Karrenbauer holt sich Hartz IV [ Ein Kommentar ]

Quelle: stern TVWie gestern im Fernsehen bei Günther Jauch (Stern TV, RTL) zu sehen war, sind auch prominente von der Pleite nicht ausgenommen. Katy Karrenbauer hat sich öffentlich zu ihrer Krise und Geldnot bekannt, ja sie hat sogar einen Antrag auf Hartz IV bei ihrem zuständigen Fall Manager gestellt. Wie sie selber sagte, hat sie nun gemerkt, wie es ist, wenn man in dieser Schlange mit den Menschen steht, die um das bisschen Geld sozusagen betteln müssen. Aber sie hat ja nun selbst auch nichts mehr, noch schlimmer, sie hat derzeit circa 400.000 € Schulden, welche aus einer Investitionen aus besseren Zeiten resultiert.

Wer ist Katy Karrenbauer?

Habe ich mich auch gefragt, denn aber dann recht schnell zu der ehemaligen erfolgreichen Frauknastserie von RTL gekommen. Dort hat sie Walter für meine Begriffe sehr gut gespielt. Ich habe es gern gesehen und sie hat wohl auch damit sehr viel Geld verdienen, wie sie gestern sagte, bei 400 Folgen muss wohl mehr als eine Million ausgekommen sein, was sie ja als Altersvorsorge hätte nutzen können. Doch sie ist wohl einem Projekt in Hamburg auf den Leim gegangen, wo man mit ihrem Geld eine Traglufthalle im Hafen bauen wollte. Die Halle stand bereits, das Geld floss von ihrer Tasche in die Halle und plötzlich kam ein Sturm und macht alles zunichte. Die Versicherung zahlte sehr spät, so dass sie in Vorkasse treten musste, da Sie sicher auch etliche Bürgschaften geleistet hatte. Somit haftete sie zunächst voll und ihre Alters vor Vorsorge war dahin. Nun hat sie gar nichts mehr, konnte vom letzten Geld gerade noch die fällige Miete zahlen und ist nun auch mit ihrem Girokonto aufgrund eines Dispokredits in den Miesen.

Trotzdem Respekt, sich öffentlich zu stellen und so zu seinem Problem zu stehen. Sicher hätte sie einfach mal auf andere, seriöse Berater und Menschen in ihrer Umwelt hören sollen und die $-Zeichen aus den Augen nehmen. Aber so ist es im Leben, hinterher ist man schlauer als vorher.

Frauenknast nochmal ansehen?

Wer nun immer noch nicht weiß, was ich meine oder die guten alten Zeiten von Walter sich zurück wünscht, der kann ja gern mal eine DVD mit den alten Folgen bestellen und sich wieder Hinter Gittern zurück versetzen.

Ein Auto ist 25 mal wert als ein Kinde [ Keine Kommentare ]

Bei den Jungvögeln im Nest ist das so: Wer am lautesten piepst, wird am besten gefüttert. Wäre die Autoindustrie ein Jungvogel, so wäre sie einer, der besonders laut piepsen könnte. „Piep, piep, wir haben Hunger“ oder „Piep, piep, wir brauchen Kunden!“ oder aber „Piep, piep, uns fehlt Geld!“ Vogelmama Staat kommt, hört das kleine, niedliche Vögelein piepsen und füttert: beispielsweise indirekt mit einer Abwrackprämie: „2.500€“ für einen abgewrackten, mindestens neun Jahre alten Wagen. Deutschland stürmt die Autohäuser, übergibt teils noch recht funktionstüchtige Autos der Schrottpresse und fährt fortan mit einem Neuwagen durch die Gegend. Die Autoindustrie freut sich, wenngleich der eine oder andere Kunde irgendwann merken könnte, dass die Raten für den Neuwagen doch etwas zu sehr das Portmonee belasten.

Alte Autos und die Zukunft des Landes

Gebrauchtwagenhändler piepsen weniger laut; sie haben, so die Berliner Morgenpost am 12. Mai, zumindest in Berlin Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Eltern piepsen noch leiser! Etwa 100€ Kindergeld gibt es für einen Sprössling. Kinder sind die Zukunft des Landes, heißt es. Trägt man den Gedanken einmal weiter, so ist die Zukunft des Landes also 25-mal weniger wert als ein altes Auto. „Eltern, lernt piepsen!“ kann man da nur empfehlen. Mag ja sein, dass an der Autoindustrie in Deutschland Tausende von Jobs hängen, sodass Rettungsmaßnahmen geboten sind. Aber irgendwie stimmen für mich die Verhältnisse nicht. Sollte Deutschlands Wohlergehen tatsächlich derart vom Wohlergehen der Autoindustrie abhängen, sollte man Deutschlands Wirtschaft vielleicht langsam, aber sicher umbauen?

121.752€

Die Hamburger Morgenpost hat jüngst Ergebnisse einer Studie der Fachzeitschrift „Guter Rat“ veröffentlicht. Insgesamt müssen Eltern für jedes ihrer Kinder durchschnittlich 121.752€ investieren, bis die Kinder jeweils 18 Jahre alt sind. Sie müssten also etwa 49 Altautos abwracken lassen, das Geld für die Kindererziehung einsetzen dürfen, um das Geld auf diese Weise aufzubringen. Nicht missverstehen: Ich sehe Kinder hier nicht als reinen Kostenfaktor. Kinder sind etwas Herrliches. Es ist klasse, Kinder zu haben. Aber irgendwie sehe ich den Beitrag von Eltern für die Volkswirtschaft etwas vernachlässigt: Wir stecken weit über 100.000€ in Windeln, Strampler, später in größere Wohnungen, Klassenfahrten, Nachhilfelehrer, Taschengeld… und ganz viele Dinge mehr! Wir müssen Schulbücher kaufen, weil die schon lange eher selten von der Schule gestellt werden. Es ist kein Geld da. Die Autoindustrie piepst und plötzlich IST Geld da! Ich kann es nur wiederholen: Leute, lernt piepsen!

— Dienstag, 12. Mai 2009 —

Wie blöd kann man sein? [ 2 Kommentare ]

Meine ersten Erfahrungen mit der Arbeitsagentur liegen mittlerweile schon etwas zurück. Ich war damals Beamtenanwärter, ich hatte eine Berufsausbildung in der Steuerverwaltung als Vorbereitung auf den gehobenen Dienst gemacht. Wie das Leben so spielt: erst kurz nachdem ich meine Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, wurde mir (wie auch vielen anderen) mitgeteilt, dass ich nicht übernommen werden würde. Nun war ich quasi von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Mir wurde dann geraten, mich unverzüglich arbeitssuchend zu melden. Das hab ich dann auch getan.

Kein Verständnis

Immerhin unterstützte mich ein anderer Leidensgenosse beim Ausfüllen der Meldung, so dass wenigstens das relativ schnell von statten ging. Daraufhin begab ich mich zum Informationsschalter um diese abzugeben. Folgendes Gespräch ergab sich dabei:
ARGE-Mitarbeiter: „Bitte nehmen Sie im Wartezimmer Platz. Sie werden etwas später aufgerufen, damit Ihre Daten aufgenommen werden können.“
Ich: „Ich habe als Beamter keinen Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld. Ist dieses Gespräch dann überhaupt erforderlich? Ich möchte lediglich dafür sorgen, dass die Ausfallzeiten in der Rentenversicherung anerkannt werden.“
ARGE-Mitarbeiter: „Sie benötigen das Gespräch trotzdem, bitte warten Sie dort drüben!“

Nur zwei Stunden warten

Nach gut zwei Stunden bin ich dann endlich dran gekommen. Die nette Dame begann auch gleich mit ihrer Befragung. Als erstes dachte ich, dass mir gleich die Hutschnur platzen müsste, als sie mich fragte, was denn eigentlich ein gehobener Dienst sei. Nachdem wir das geklärt hatten, sagte sie mir, dass ich erst einmal Arbeitslosengeld beantragen sollte. Jetzt erklärte ich ihr nochmal in aller Ausführlichkeit, dass ich als Beamter niemals in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatte und dass insofern einfach auch kein Grund dafür bestünde, einen solchen Antrag zu stellen. Schließlich ist der Groschen dann wohl doch noch gefallen, denn plötzlich rief sie aus: „Dann wäre diese Datenaufnahme ja überhaupt nicht nötig gewesen!“

Naja, wenn’s mal wieder länger dauert…

— Sonntag, 10. Mai 2009 —

Sind Hartz IV – Empfänger eigentlich Schwerverbrecher? [ Keine Kommentare ]

Da gibt es Menschen, die zeigen andere Menschen einfach einmal so an. Sie tun das nicht, weil sie gerade sehen, dass diese anderen Menschen eine Straftat verüben. Sie tun das, weil sie glauben, dieser Mensch könnte irgendwie etwas getan haben oder tun, was nicht rechtens ist und das glauben sie ohne konkreten Anhaltspunkt. Einfach nur, weil diese Leute beispielsweise Hartz IV – Empfänger sind und sich aus ihrer Sicht einen faulen Lenz machen. Gegen solche Ansichten und solch ein Verhalten kann man zwar vorgehen, aber solche Leute wird es wohl immer wieder geben. Das noch weitaus größere Problem ergibt sich allerdings für mich, wenn Behörden anfangen zu bespitzeln. Mitunter werden dann irgendwelche Protokolle mit Inhalten erstellt, die mit der Sachlage rund um Hartz IV gar nichts zu tun haben.

Der gläserne Hartz IV – Empfänger?

Ein Beispiel gefällig? Am 16. April 2008 betitelte das T-Online Wirtschaftsportal einen Artikel mit der Überschrift „Arbeitsagentur bespitzelt Arbeitslose“. Darin wird über Protokolle von Außendienstmitarbeitern der ARGE berichtet. In denen hielten die Mitarbeiter beispielsweise fest, dass der Besuchte weder verschwitzt noch abgehetzt wirkte. Oder es wurde berichtet, dass der Hartz IV-Empfänger Weihnachtskugeln im Schrank habe. Interessant! Wer Weihnachtskugeln im Schrank hat, betrügt den Staat! Oder wie? Oder was? Was ist daran wichtig, dass jemand Weihnachtskugeln im Schrank hat? Da kommt man sich als Hartz IV- Empfänger dann tatsächlich irgendwie wie ein Schwerverbrecher vor. Wenn Zweifel daran bestehen, dass man berechtigterweise Leistungen vom Staat bezieht, dann dürfen sie kommen, die Außendienstmitarbeiter der ARGE. Aber ich frage mich, wie fundiert diese Zweifel sein müssen. Reicht es, wenn Frau X einmal wieder bei der ARGE anruft, weil ihre Nachbarn, die Familie Y, Hartz IV beziehen und die alle wie Betrüger aussehen (aus Sicht von Frau X)? Reicht das bereits aus, damit so ein Außendienstmitarbeiter kommt und einem die schmutzige Wäsche durchwühlt? Einem in die Schränke schaut? Hartz IV = „null Privatsphäre“, selbst bei kleinstem Verdacht auf Leistungsmissbrauch? In Oldenburg standen jüngst (April 2009) 50 Arbeitslose vor der Tür eines Außendienstmitarbeiters der ARGE, der gerade in Rente gegangen war. Sie wollten sich einmal für die netten Besuche revanchieren. Das hat die Junge Welt berichtet! Die Sache mit dem Besuch empfand ich irgendwie als gut!

— Freitag, 8. Mai 2009 —

Mein Onkel, der 56-jährige Praktikant [ Keine Kommentare ]

Mein Onkel ist 56 Jahre alt und Praktikant. Seit immerhin zwei Monaten arbeitet er jetzt im Büro einer Logistikfirma. Das Ganze ist Teil einer Maßnahme der ARGE zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt. Mein Onkel vermutet aufgrund diverser Berichte von Arbeitskollegen (viele sind auch „erst einmal!“ nur Praktikanten!), dass die meisten nach Ablauf des Praktikums wieder zu gehen haben und dass er dazugehören wird. Und ich vermute, dass er damit Recht hat.

Eine unnütze Maßnahme

Ich frage mich, was diese Maßnahme soll? Generell habe ich ja absolut nichts dagegen, wenn man auch bei 56-jährigen die Wiedereingliederung ins Berufsleben versucht. Aber mir stellt sich irgendwie die Frage nach dem „wie“. Kann es wirklich der richtige Weg sein, sie nach einem mehrere Wochen andauernden Theorieteil einer ARGE-Maßnahme eine Praktikumsstelle suchen zu lassen, bei der die Chance auf Übernahme kaum gegeben ist? Mein Onkel hat ziemlich verzweifelt nach seiner Praktikumsstelle gesucht. Er bekam viele Absagen, bevor jene Logistikfirma dann gnädig meinte, man könne es ja einmal miteinander versuchen. (Das klang für ihn irgendwie nach: Wir nehmen auch Abfall!) Eigentlich war wohl damals schon klar, dass nach Ablauf der sechs Monate Schluss ist. Ende! Wieder Hartz IV!

Geldverschwendung

Nun könnte man denken, OK, der Kerl hat zwar keine Chance, aber er ist wenigstens mal wieder für eine Zeit ins Arbeitsleben integriert. Schön und gut! Allerdings kostet dieses „wenigstens mal wieder“ dann auch mehrere Tausend Euro an Steuergeldern. Und da wäre dann eventuell doch zu überlegen, ob das Geld nicht sinnvoller ausgegeben werden könnte. In einigen Städten existieren beispielsweise Spezial-Programme, in Aachen etwa „Krass“ (Konzept zur Reintegration älterer Arbeitsloser in Schlüsselbranchen). So etwas wäre vielleicht tatsächlich sinnvoller, als meinen Onkel mit viel jüngeren Mitbewerbern zu irgendeiner Praktikumsstelle zu zwingen (Hauptsache, du findest irgendeine Stelle!). Alternative: Wenn wirklich keine Arbeit mehr für über 55-jährige da ist, finanziert man nicht sinnlose Maßnahmen, sondern gibt den Leuten genug Geld, um einigermaßen zu überleben und lässt sie einfach in Ruhe. Mein Onkel hat 30 Jahre lang gearbeitet. Und jetzt soll er um Arbeit betteln? Bitte! Bitte behaltet mich!

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Kommentare
  • Nihilus: "fünfwöchigen Haftzeit" ---> tja, da sollte man gleich ausziehen und die M&ou...
  • Busti: Das wäre ja noch schöner, wenn man seine Strafe abgesessen hat kommt man uas dem Knast und...
  • Torsten: Kohle für´s Sitzen im Bau, wäre ja noch schöner. Dann platzen die Gefän...