Was mich so richtig ärgert und traurig macht!

Ich erinnere mich noch gut an jene „Wetten dass“ – Sendung, in der Thomas Gottschalk Bierdosen als Hartz IV – Stelzen bezeichnet hat. Als Hartz IV – Empfänger sitzt man dann da, hört sich das an und wird irgendwie ganz klein. Wieder einmal gehört man jener Gruppe an, die alles selbst Schuld ist, die nicht arbeiten möchte, die in der sozialen Hängematte liegt und säuft, während die Anderen brav arbeiten gehen. Thomas Gottschalk hat sich entschuldigt, klar, aber was einmal gesagt wurde, kann sich nicht einfach in Luft auflösen. Es bleibt und Leuten wie mir tut es verdammt weh. Das Ganze ist ja kein Einzelfall: Wenn der Junge-Union-Vorsitzende Mißfelder eine Hartz IV – Erhöhung als Anschub für die Alkohol- und Tabakindustrie bezeichnet, wird mir schlecht. Was glaubt er denn? Mir macht es keinen Spaß, von staatlicher Hilfe zu leben. Mir macht es auch keinen Spaß, kaum etwas zum Unterhalt meiner Familie beizutragen. Und es macht mir keinen Spaß, meinen Kindern immer wieder Wünsche abzuschlagen, weil sie unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Nein, wir leben nicht auf hohem Fuß, aber obwohl wir sparen, wo wir können, habe ich Angst vor jedem Gang zum Briefkasten: Welche Rechnung erwartet mich wohl dieses Mal? Welche Mahnung oder zweite Mahnung aus Verbindlichkeiten, die in Zeiten entstanden sind, als es uns besser ging?

Ich kann es nicht mehr hören!

Wenn ich all den Mist höre, der über Hartz IV – Empfänger verzapft wird, denke ich: Leute, ihr habt doch gar keine Ahnung! Es gab mal Zeiten, da war alles die Gesellschaft schuld, was immer dem Einzelnen geschah. Das war sicherlich übertrieben. Heute scheint es mir genau umgekehrt zu sein, so, als würde alle Schuld auf den Einzelnen übertragen. Du hast keine Arbeit, lebst von Hartz IV? Du bemühst dich nicht genug, du bist faul und hast keine Lust zu arbeiten. Das TV pickt sich spektakuläre Fälle heraus, in denen das tatsächlich zutrifft und ganz viele Leute denken: Genauso ist es, genauso sind alle Hartz IV – Empfänger. Ich bin nicht so, bin nicht faul, schreibe Bewerbungen, bemühe mich und dennoch habe ich bei meinem Arbeitsberater stets das Gefühl, bei einem Verhör zu sein, so als stünde ich an der Anklagebank. Ich arbeite derzeit neben Hartz IV als Kurierfahrer, Chance auf eine mögliche Umwandlung in eine Vollzeitstelle = 0. Mit jeder Absage auf eine Bewerbung bekomme ich mehr das Gefühl, wertlos zu sein. Freunde in ähnlicher Situation versuchen mich zu ermuntern, mich von dem Gedanken abzubringen, aber sie schaffen es nicht. Und dann kommen irgendwelche Medienleute, Politiker und hauen mit dem Hammer nochmals drauf. Man muss schon sehr stark sein, um all das zu ertragen. Manchmal scheint es das zu übersteigen, was ICH ertragen kann.

Leute, ihr habt echt keine Ahnung!

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1 5 5 das geschieht dir rechtselbst dran schuldnaja, das kann man so sehen oder soabsolut unfairmenschenverachtend

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