Jobcenter sind verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat die Argen für grundgesetzwidrig erklärt, da sie als Mischverwaltung kommunale und Bundesaufgaben gleichzeitig erledigen. Wer nun künftig für die Arbeitslosen zuständig ist, weiß wieder mal keiner, die Politik wirft, aufgrund dieses Urteils, wie in vielen Fällen alles über den Haufen. Die CDU hat zunächst die Reform der Jobcenter für diese Wahlperiode gestoppt. Die Reform wirkt sozusagen mittendrin neu reformiert. Das spricht mal wieder für unsere deutscher Politik. Es konnte sich noch keiner richtig an dieser neuen Möglichkeiten und Reformen gewöhnen, da ist schon wieder alles kalter Kaffee.

Was heißt das nun für die Arbeitslosen?

Im schlimmsten Fall müssen Arbeitslose ab dem Jahr 2011 wieder zwei verschiedene Ämter aufsuchen, um ihre Situation zu klären und entsprechender Anträge auszufüllen. Das will natürlich wieder niemand gewesen sein und auch keine Partei wollte das so haben. Die Städte und Gemeinden befürchten nun, dass der Bund in Sachen Arbeitslosigkeit und Jobcenter wieder stärker wird und mehr zu sagen hat. Gleichzeitig könnte dies zu leisten der Selbstverwaltung von Landkreisen oder Kommunen gehen.

Die Karten werden neu gemischten

Nun müssen sich auch die großen Herren zum nächstmöglichen Termin einen neuen Posten suchen. Bei denen wird das aber sicher schneller gehen, als bei den Hartz IV Empfängern oderden  Arbeitslosen allgemein.

Damit wird sich sicherlich auch die Qualität der bisherigen Jobcenter in Deutschland mit Sicherheit nicht verbessern. Es gibt im Moment 370 Jobcenter, die über die Reform einigermaßen gut eingespielt wurden und mehr oder weniger funktionieren. Das wird natürlich nun wieder über den Haufen geschmissen. Das brauchen wir und Deutschland auf jeden Fall, warum haben wir das nicht schon ein Jahr früher gemachten? Dann kommt endlich wieder Leben in die Bude, die Arbeitslosen haben wieder mehr zu tun, Ihnen wird nicht langweilig, so hat man sich doch das vorgestellt, oder?

60.000 Mitarbeiter der Jobcenter bangen um ihren Job?

Oder doch nicht? Wie viele wird man noch brauchen? Gibt es da noch mehr Arbeitslose in Deutschland? Es ist schon erschreckend, wenn man diese Zeilen liest, und sich vorstellt, dass 60.000 Leute (das ist etwa so viel wie Einwohner Hattingen hat) sich um die anderen Arbeitslosen kümmern. Mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Quelle:

Thüringer Allgemeine Zeitung vom 18.3.2009, Seite 2, "Jobcenter vor dem Aus" von Axel Fick

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— Kommentare —

  1. Sevim Demir sagt:

    Die Mitarbeiter vom Jobcenter sollen ruhig auch mal arbeitslos werden,dann können sie mal fühlen,wie es ist arbeitslos zu sein,und mit ihren problemen alleine zurecht kommen müssen.Die Haben bisher nur an ihre eigene Portmonaie gearbeitet.
    Ich habe 6 1/2, also einhalbes Jahr keinen cent bekommen-keine Miete,Strom.Essen etc. Der Sachbearbeiter bzw. Sozialpädagoge sagen;
    verhungert sind sie noch nicht.Und sowas wird in einem demokratischen Land geduldet.Armes Deutschland;sage ich nur.Warum bin ich eigentlich nicht verhungert? Dafür kann ich nicht mehr unter die leute, weil ich mich zum Überleben total verschuldet habe,weil sich Verantwortliche nie zuständig fühlen.

    Gemeint ist das Jobcenter in Heidelberg-Zeitraum 1.10.2008-mitte März 2009.Nur den Namen bitte nicht veröffentlichen.

  2. Sevim Demir sagt:

    Sorry, aber ich wollte die Presse auf solche Misstände aufmerksam machen.Das was ich mitmachen mußte, sprengt das menschliche Vorstellungskraft.Wirklich!Das kann man auch nicht in Worte fassen.Erst wenn man es am eigenen Leib erlebt kann man es evtl.verstehen.

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